29.9.2005, 15:37 Uhr
Klimaänderung so rasant wie noch nie

Neue Prognosen des künftigen Klimawandels haben Hamburger Max-Planck-Forscher heute vorgestellt. Ihren Modellrechnungen zufolge, wird sich das Klima im 21. Jahrhundert so schnell ändern wie noch nie in der jüngeren Erdgeschichte. Für Europa ist mit heißeren, trockneren Sommern und wärmeren, feuchteren Wintern zu rechnen. Extreme Wetterereignisse wie Starkniederschläge und Hochwasser dürften häufiger und stärker werden.

Die globale Temperatur könnte demnach in den kommenden hundert Jahren um bis zu vier Grad steigen. Folge wäre ein Anstieg des Meeresspiegels um durchschnittlich bis zu 30 Zentimeter. Unter bestimmten Bedingungen könnte das arktische Meereis im Sommer sgoar vollständig abschmelzen, ergaben die Berechnungen am Max-Planck-Instituts für Meteorologie.

Das eingesetzte Klimamodell beinhaltet neben dem Wechselspiel von Atmosphäre und Ozeanen auch die Auswirkungen von Aerosolen und den Einfluss des globalen Kohlenstoff-Kreislaufs. Zur Überprüfung der Berechnungen simulierten die Forscher zunächst das Klima der vergangenen Jahrhunderte und verglichen die Resultate mit dem realen Klimageschehen. "Auf diese Weise konnten die theoretischen Modelle sehr gut der Wirklichkeit angepasst werden", erläutert Jochem Marotzke, der Direktor des Instituts.

"Das wesentliche Ergebnis der Zukunftsszenarien ist die fortschreitende Erhöhung der globalen Mitteltemperatur und die damit verbundene Verschiebung von Klimazonen", so Marotzkes Kollege Erich Roeckner. "Die Forstwirtschaft wird in fast allen Teilen der Erde andere als bislang übliche Baumarten bewirtschaften müssen." Die Ergebnisse werden in den neuen Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) einfließen, der von weltweit etwa 1.000 Wissenschaftlern erarbeitet wird und Regierungen als Entscheidungsgrundlage dienen soll.

Grafiken: Meereisbedeckung heute  und im Jahr 2100

Meereisbedeckung heute (simuliert) und im Jahr 2100. Bild: Michael Böttinger


Forschung: Max-Planck-Institut für Meteorologie und Deutsches Klimarechenzentrum, Hamburg

WWW:
MPI für Meteorologie
Deutsches Klimarechenzentrum
- Hintergrundinformationen zu den Berechnungen
Intergovernmental Panel on Climate Change
Arktische Seen verschwinden
Rapide Veränderungen des Meeresspiegels möglich

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