1.8.2005, 14:13 Uhr
Zerstörungskraft von Wirbelstürmen gestiegen

In den letzten drei Jahrzehnten ist das zerstörerische Potenzial tropischer Wirbelstürme stark gestiegen. Darauf deutet die statistische Analyse eines amerikanischen Meteorologen hin. Seiner Ansicht nach ist der Effekt zumindest teilweise durch die globale Erwärmung zu erklären - und geht damit auch auf das Konto des Menschen.

Gleichzeitig seien für die Zukunft Wirbelstürme mit einem noch höheren Zerstörungspotenzial zu erwarten, so Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology, Cambridge. Nicht zu zuletzt aufgrund der wachsenden Küstenbevölkerung bedeute dies auch höhere Verluste. Seine Resultate präsentiert der Forscher in einem vorab veröffentlichten Artikel des Magazins "Nature".

Satellitenaufnahme eines Wirbelsturms

Hurrikan Alberto im Juli 2002. Bild: NASA-Goddard Space Flight Center

Emanuel analysierte bis in die 50er-Jahre zurückreichende Daten über Wirbelstürme im tropischen Atlantik und Westpazifik. Anhand der maximalen Windgeschwindigkeiten berechnete der Forscher einen Index der über die gesamte Lebensdauer der Hurrikane bzw. Taifune freigesetzten Energie. Dieser Wert korrelierte gut mit den Temperaturen an der Meeresoberfläche und hat sich seit Mitte der 70er-Jahre nahezu verdoppelt.

Ursache sind sowohl höhere Windgeschwindigkeiten als auch höhere Lebensdauern der Stürme. Derzeitige Theorien über die Entstehung und Entwicklung von Wirbelstürmen könnten den beobachteten Zusammenhang zwischen Meerestemperatur und freigesetzter Energie nur teilweise erklären, so Emanuel. Des ungeachtet sollte die beobachtete Entwicklung "Anlass zur Sorge sein, da die abgegebene Leistung ein Maß für das Zerstörungspotenzial tropischer Wirbelstürme ist."


Forschung: Kerry A. Emanuel, Program in Atmospheres, Oceans, and Climate, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge

Online-Veröffentlichung Nature, DOI 10.1038/nature03906

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