28.7.2005, 7:54 Uhr
Unebenheiten schützen Dokumente

Menschen können anhand ihrer Fingerabdrücke erkannt werden, feinen Leisten in der Haut. Auf ganz ähnliche Weise zeichnen sich Papier- und Plastikdokumente aus, berichten britische Physiker im Magazin "Nature". Winzige Unebenheiten in der Oberfläche von Papierbögen oder Plastikkarten ermöglichen demnach einen ebenso einfachen wie zuverlässigen Schutz vor Fälschern.

"Dieser 'versteckte' Fingerabdruck ist intrinsisch und auf kontrollierbare Art und Weise praktisch nicht veränderbar", schreiben die Forscher um Russell Cowburn vom Imperial College London. "Mit einem kostengünstigen tragbaren Laserscanner kann er rasch ausgelesen werden."

Cowburn und Kollegen fuhren mit einem feinen Laserstrahl eine vier Zentimeter lange Strecke auf einem Blatt Papier ab. Die Intensität des zurückgeworfenen Lichts schwankte leicht, indem der Laser auf winzige Unebenheiten und Fasern in dem Material traf. Anhand dieses "Rauschens" lässt sich ein Blatt Papier sicher von anderen Blättern unterscheiden, fanden die Forscher. Um zwei Blätter mit dem gleichen Muster zu finden, müsste man ihrer Schätzung zufolge mindestens 10 hoch 72 Blätter testen - sehr viel mehr, als es Atome im Sonnensystem gibt.

Umgekehrt ließ sich der Rauigkeits-Fingerabdruck auch dann noch auslesen, nachdem das Blatt zusammengeknüllt und wieder glattgestrichen, in Wasser getunkt, in einem Backofen bei 180 Grad Celsius erhitzt oder mit einem Kugelschreiber bzw. einem Topfschwamm traktiert worden war. Zur Speicherung des Fingerabdrucks brauche es höchstens 500 Byte, so Cowburn und Kollegen. Zudem sei der Fingerabdruck nicht manipulierbar, "da es derzeit kein Verfahren zur hinreichend genauen Reproduktion von Unebenheiten in einer Oberfläche gibt".


Forschung: James D.R. Buchanan und Russell P. Cowburn, Blackett Physics Laboratory, Imperial College London; und andere

Veröffentlicht in Nature, Vol. 436, 28. Juli 2005, p 475

WWW:
Department of Physics, Imperial College London
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