2.8.2005, 11:07 Uhr
Kupfermangel-These bei Alzheimer erhärtet

Kupfer scheint bei der Alzheimerschen Krankheit eine entscheidende Rolle zu spielen. Darauf deuten erste Resultate einer Studie Berliner und Homburger Forscher hin. Je niedriger die Kupferspiegel im Blut der untersuchten Alzheimer-Patienten waren, desto schlechter schnitten diese bei Tests ihrer geistigen Leistungsfähigkeit ab.

"Das Ergebnis stützt die Hypothese, dass die meisten Alzheimer-Patienten unter Kupfermangel leiden", erläutert Gerd Multhaup, Biochemiker an der Freien Universität Berlin. Daher könne vielleicht eine vermehrte Zufuhr von Kupfer über die Nahrung von therapeutischem Nutzen sein. Ihre Ergebnisse präsentiert die Berliner Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Gruppe um Thomas Bayer von der Universität des Saarlandes demnächst im "Journal of Alzheimer's Disease".

Beginnend mit leichten Gedächtnisproblemen, führt die Alzheimersche Krankheit letztlich zum Verlust von Urteilsfähigkeit und Persönlichkeit. In den Gehirnzellen der Betroffenen finden sich Ablagerungen eines kleinen Eiweißes, das aus dem Amyloid-Vorläuferprotein (amyloid precursor protein, APP) hervorgeht. Bereits früher hatten Multhaup und Kollegen zeigen können, dass APP produzierende Mäuse geringere Kupferspiegel im Hirngewebe aufweisen. Kupfer ist wiederum wichtig für Funktion und Verarbeitung des APP und anderer Zellproteine.

In ihrer aktuellen Studie untersuchten die Forscher 32 Alzheimer-Patienten im Anfangsstadium der Krankheit. Dabei fanden sie, dass Patienten mit niedrigen Kupferspiegeln im Blut bei einem Test kognitiver Leistungsmerkmale deutlich schlechtere Resultate erzielten als jene mit normalen Spiegeln. In einer klinischen Studie prüfen sie nun, ob die Einnahme eines Kupfersalzes (Kupferorotat) einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat. Sollte sich diese Hypothese bestätigen, könnte Alzheimer-Patienten auf ebenso einfache wie kostengünstige Weise geholfen werden.


Forschung: Gerd Multhaup, Institut für Chemie/Biochemie der Freien Universität Berlin; Thomas A. Bayer, Abteilung Neurobiologie, Klinik für Psychiatrie, Universität des Saarlandes, Homburg/Saar; und andere

Veröffentlichung in Journal of Alzheimer's Disease, Vol. 8(1), September 2005

WWW:
Alzheimer-Behandlungsstudie
Homepage AG Multhaup
Alzheimersche Krankheit

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