6.9.2005, 11:20 Uhr
Vollblüter gehen auf einzigen Hengst zurück
Die Abstammungslinie fast aller Englischen Vollblüter lässt sich bis zu einem einzigen Hengst zurückverfolgen. Das haben irische Genetiker herausgefunden. Auch mütterlicherseits ist die Gründerpopulation sehr begrenzt, zudem hat die Inzucht in den letzten 300 Jahren deutlich zugenommen.
"Die Y-Chromosomen von 95 Prozent der weltweit gut einer halben Millionen Vollblüter gehen auf Darley Arabian zurück", erläutert Patrick Cunningham vom Trinity College Dublin. Und während die Vollblüter im 17. Jahrhundert noch ein Drittel ihrer Gene gemeinsam gehabt hätten, liege der Anteil heute bei 47 Prozent. Für Züchter von Rennpferden besonders interessant ist etwa das für die Bildung roter Blutkörperchen wichtige Erythropoetin-Gen (EPO).
Cunningham und Kollegen analysierten die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Stammbäume von 19 Vollblüter-Familien. Zudem analysierten die Forscher das Erbgut von 211 Tieren, insbesondere die väterlicherseits vererbten Y-Chromosomen und die nahezu ausschließlich mütterlicherseits weitergegebenen Mitochondrien. Erstaunlicherweise widersprachen sich Stammbäume und DNA in etwa der Hälfte der Fälle, berichtete Cunningham jetzt auf dem "Festival of Science" in Dublin.
Der gesamte Genpool des Englischen Vollbluts stammt demnach letztlich von 28 Tieren, um 1700 aus Syrien nach England gebrachten Araberhengsten und einheimischen Stuten. Das Y-Chromosom eines der Hengste, Darley Arabian, ist heute in 95 Prozent aller männlichen Tiere zu finden. Mütterlicherseits ist Tregonwell Mare am stärksten vertreten - gut 14 Prozent aller Tiere scheinen auf diese Stute zurückzugehen.
Forschung: Patrick Cunningham, Department of Genetics, Trinity College Dublin; und andere
Präsentation auf dem BA Festival of Science, Dublin
WWW:
Department of Genetics, Trinity College Dublin
Thoroughbred
Darley Arabian
Erstes Klonpferd geboren
| [Zurück] | |

