11.8.2005, 18:05 Uhr
Gesunder Lebenswandel könnte Prostatakrebs bremsen

Gesunde Ernährung und Sport können vielleicht dazu beitragen, das Voranschreiten von Prostatakrebs zu bremsen. Diesen vorsichtigen Schluss ziehen amerikanische Mediziner nach einer Pilotstudie mit 93 Männern. Ein Jahr nach einer gründlichen Umstellung der Lebensweise war der Spiegel des prostataspezifischen Antigens (PSA) bei den Patienten leicht gesunken.

Die Forscher um Dean Ornish und Peter Carroll von der University of California, San Francisco, verfolgten den Werdegang von Patienten, bei denen Prostatakrebs in einem frühen Stadium festgestellt worden war. Alle Männer hatten sich gegen eine konventionelle Therapie entschieden.

Eine Hälfte der Patienten wurde zu einer veganen Ernährung angehalten, bestehend überwiegend aus Früchten, Gemüse und Vollkornprodukten. Zudem sollten diese Männer regelmäßig Ausdauersport treiben und Yoga absolvieren. Wöchentliche Beratungs- und Kontrolltermine vervollständigten das Programm. Nach einem Jahr war der PSA-Spiegel in dieser Gruppe um durchschnittlich 4 Prozent gefallen, berichten die Mediziner im "Journal of Urology". In der Kontrollgruppe war er dagegen um 6 Prozent gestiegen.

Das Serum der Teilnehmer mit veränderter Lebensweise reduzierte das Wachstum von Krebszellen in Zellkultur um 70 Prozent, verglichen mit 9 Prozent in der Kontrollgruppe. "Unsere Befunde deuten darauf hin, dass auch Prostatakrebs-Patienten, die sich einer konventionellen Behandlung unterziehen, von der Umstellung ihres Lebenswandels profitieren könnten", erläutert Ornish. Der Effekt müsse nun eingehender und über längere Zeit studiert werden.


Forschung: Dean Ornish und Peter R. Carroll, Department of Urology, University of California, San Francisco; und andere

Veröffentlicht in Journal of Urology, 174(3), September 2005, pp 1065-70

WWW:
Urology, UCSF
Prostatakrebs

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