12.7.2005, 11:47 Uhr
Cassini fotografiert "schwammigen" Saturnmond
Die bislang detailreichsten Aufnahmen des Saturnmondes Hyperion sind der europäisch-amerikanischen Sonde Cassini gelungen. Die Oberfläche des knollenförmigen Mondes ist demnach förmlich von Kratern übersät und erinnert entfernt an einen immensen Schwamm - dem porösen Inneren Hyperions durchaus angemessen.
Mit Abmessungen von etwa 330 mal 260 mal 220 Kilometern gehört Hyperion zu den "Mittelklasse"-Monden des Saturn. Seine Rotationsachse verlagert sich ständig, sodass die eisige Welt förmlich um den Ringplaneten taumelt. Vorläufigen Schätzungen zufolge, beträgt ihre Dichte lediglich 60 Prozent der von Wassereis, gut 40 Prozent ihres Inneren scheinen demnach aus Hohlräumen zu bestehen.
Hyperion. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute
Cassini lichtete Hyperion am 10. Juni aus einer Entfernung von gut 170.000 Kilometern ab. Die jetzt veröffentlichten Ultraviolett-Aufnahmen zeigen eine pockennarbige Oberfläche mit Kratern von über 100 Kilometern bis rund 1 Kilometer Durchmesser. Am Grund der Krater findet sich reichlich dunkel erscheinendes Material.
Nach Ansicht der zuständigen Forscher vom Space Science Institute in Boulder, Colorado, könnte es sich dabei um von den Kraterhängen abgerutschtes Material handeln, aus dem ein Teil des hellen Wassereises in den Weltraum entfleucht ist. Nähere Einsichten erhoffen sie sich von einem gut 500 Kilometer engen Vorbeiflug im September.
Forschung: Cassini Imaging Central Laboratory for Operations, Space Science Institute, Boulder, Colorado
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