21.7.2005, 11:02 Uhr
Jüdische Inspiration für christliche Katakomben
Die Katakomben in Rom waren keine Erfindung der ersten Christen, bestätigen neue Untersuchungen niederländischer Forscher. Eine der jüdischen Katakomben in der "ewigen Stadt" ist mindestens 100 Jahre älter als ihre christlichen Pendants, berichten die Theologen, Physiker und Botaniker im Magazin "Nature".
"Diese Resultate deuten darauf hin, dass die Bestattung in Katakomben in Rom nicht wie gemeinhin angenommen als strikt christlicher Brauch begann. Vielmehr scheinen seine Ursprünge in jüdischen Beisetzungsbräuchen zu liegen", schreiben die Forscher um Leonard Rutgers von der Universität Utrecht.
Rutgers und seine Kollegen untersuchten winzige Holzstückchen, die sie aus der jüdischen Katakombe unter der Villa Torlonia geborgen hatten. Das Material stammt aus Brennöfen, in denen der Mauerkalk für die Grabnischen gebrannt wurde. Der Radiokarbondatierung dieser organischen Reste zufolge, wurde das Brennholz über einen Zeitraum von 50 vor Christus bis 400 nach Christus geschlagen. Passend zur Entstehungsgeschichte der Katakombe, stammen die ältesten Proben vom Eingang, die jüngeren dagegen aus später angelegten Abschnitten.
"Unsere Befunde lassen vermuten, dass die Katakombe unter der Villa Torlonia seit dem zweiten Jahrhundert genutzt wurde, ein Jahrhundert vor der Anlage der ersten christlichen Katakombe", schreiben Rutgers und Kollegen. Indem sich das Christentum aus dem Judentum entwickelt habe, seien offenbar auch Bestattungsbräuche übernommen worden. Dies erkläre vielleicht die Ähnlichkeiten zwischen jüdischen und christlichen Katakomben.
Forschung: Leonard V. Rutgers, Faculteit Godgeleerdheid, Universiteit Utrecht; und andere
Veröffentlicht in Nature, Vol. 436, 21. Juli 2005, p 339
WWW:
Faculteit Godgeleerdheid, Utrecht
International Catacomb Society
Katakomben in Rom
C14-Datierung
Tunnel-Datierung bestätigt Bibel
| [Zurück] | |

