11.10.2005, 11:29 Uhr
Erhöhtes Demenzrisiko bei Übergewicht

Starkes Übergewicht in den "besten Jahren" geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für ein späteres Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit einher. Das berichtet eine schwedisch-finnische Arbeitsgruppe im Fachblatt "Archives of Neurology". Fettleibige erkranken demnach 2,4-mal häufiger an der Alzheimerschen Krankheit oder anderen Demenzen als Normalgewichtige.

Bei Bluthochdruck oder hohem Cholesterinspiegel verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko jeweils, schreibt die Gruppe um Miia Kivipelto vom Stockholmer Karolinska-Institut und der Universität Kuopio. Die Effekte addierten sich, sodass das Risiko bei Zusammenkommen aller drei Faktoren auf das 6,2fache erhöht sei. Mögliche Ursache sei eine Beeinträchtigung der Blutgefäße und damit der Gehirndurchblutung.

Kivipelto und Kolleginnen analysierten Daten von 1.449 Personen, die an einer Studie zum Zusammenhang von Herz-Kreislauf-System, Alter und Demenz teilgenommen hatten. Bei allen waren über einen Zeitraum von durchschnittlich 21 Jahren Körpergröße und -masse sowie eine Reihe weiterer Risikofaktoren erfasst worden. Bei der letzten Untersuchung im Jahr 1998 waren sie zwischen 65 und 79 Jahre alt.

Lediglich ein Drittel der Teilnehmer war normalgewichtig: Der Body-Mass-Index - die Körpermasse geteilt durch das Quadrat der Körpergröße - lag bei ihnen unter 25 Kilogramm pro Quadratmeter. Die Hälfte der Teilnehmer wurde mit einem Wert zwischen 25 und 30 als übergewichtig eingestuft, ein Sechstel mit einem Wert über 30 als fettleibig. Bei letzteren waren nicht nur Demenzerkrankungen häufiger als bei den Normalgewichtigen, fanden die Medizinerinnen, sondern auch Herzinfarkte und Diabetes.


Forschung: Miia Kivipelto, Tiia Ngandu und Laura Fratiglioni, Aging Research Center, Division of Geriatric Epidemiology, Neurotec, Karolinska Institute, Stockholm, und Department of Neuroscience and Neurology, University of Kuopio, Kuopio; und andere

Veröffentlicht in Archives of Neurology, Vol. 62(10), pp 1556-60

WWW:
Aging Research Center, Karolinska Institutet
Kompetenznetz Demenzen
Can Treating Cardiac Risk Factors Help Prevent Alzheimer's Disease?
Demenzen durch verringerte Hirndurchblutung
Kupfermangel-These bei Alzheimer erhärtet
Übergewicht macht die Arterien steif

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: