11.10.2005, 13:17 Uhr
Spinne bevorzugt satte Beute

Auf besonders nahrhafte Beute scheint es eine afrikanische Springspinne abgesehen zu haben. Die Tiere pirschen sich bevorzugt an Mückenweibchen heran, die kurz zuvor Blut gesaugt haben, berichtet eine internationale Forschergruppe im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Auf diese Weise komme die kleine Spinne zu einer Blutmahlzeit, "ohne selbst das Wirbeltier angehen zu müssen, von dem das Blut stammt", schreiben die Forscher um Robert Jackson vom International Centre of Insect Physiology and Ecology, Nairobi.

Foto: Springspinne hat Mücke erlegt

Hat sie. Foto: Courtesy Robert R. Jackson

Die Forscher studierten Evarcha culicivora, eine in der Gegend um den Victoriasee vorkommende Springspinne. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Tiere beim Fressen weiblicher Mücken auch deren Blutmahlzeit aufnehmen. Und tatsächlich erlegen die Achtbeiner bevorzugt solche Beute, zeigten Verhaltenstests: Vor die Wahl gestellt, geben die Spinnen mit Blut gesättigten Mückenweibchen den Vorzug vor solchen, die lediglich Zuckerwasser aufgenommen hatten, vor Mückenmännchen und vor anderen Insekten.

Die Spinnen können ihre Entscheidung allein anhand Anblick oder Geruch der Mückenweibchen treffen, fanden Jackson und Kollegen. Zwar sei noch unklar, ob die Achtbeiner lediglich voll gesogene Mückenweibchen als besonders leichte Beute schätzen oder ob sie tatsächlich von der Aussicht auf Blut geleitet werden. "Derzeit laufende Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass die Blutmahlzeit selbst für E. culicivora von Bedeutung ist."


Forschung: Robert R. Jackson, Ximena J. Nelson und Godfrey O. Sune, School of Biological Sciences, University of Canterbury, Christchurch, International Centre of Insect Physiology and Ecology, Nairobi, und School of Psychology, Macquarie University, Sydney

Vorab-Veröffentlichung PNAS, DOI 10.1073/pnas.0507398102

WWW:
International Centre of Insect Physiology and Ecology
Jumping Spiders
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