20.10.2005, 12:15 Uhr
Staubwolken könnten Bakterien verfrachten
Wenn alljährlich im Frühling gelb-bräunliche Wolken über das Japanische Meer ziehen, könnten sie mehr als nur Staub mit sich führen. Darauf deuten Untersuchungen japanischer Wissenschaftler hin. Nach einem aus der Wüste Gobi kommenden Staubsturm fanden sie nahe Tokyo vermutlich zugereiste Bakterien.
Sollte dieses Resultat bestätigt werden, stelle es eine neue, interessante Facette der Staubstürme dar, schreiben die Forscher um Ron Usami von der Toyo University in Kawagoe im Fachblatt "Saline Systems". Aus Nordchina bzw. der Mongolei stammend, können die Staubmassen Atemwegsprobleme bei Menschen und Verluste an Vieh und Feldfrüchten verursachen. Mitunter werden sie von starken Winden über den Pazifik bis nach Nordamerika getragen.
Nachdem ein solcher Staubsturm über Japan hinweggezogen war, nahmen Usami und Kollegen Bodenproben aus Gärten, von Feldern und von Straßenrändern im Großraum Tokyo. Zu ihrer Verblüffung fanden sie in dem relativ salzarmen Material ausgesprochen Salz liebende Bakterien aus der Familie der Bacillaceae. Bei etwa einer von 200.000 Zellen handelte es sich um solche Halophile, die selbst bei Salzgehalten von über 20 Prozent wuchsen.
Ähnlich häufig - und nicht etwa häufiger - waren halophile Bacillaceae in stärker salzhaltigen Böden nahe der Küste. Usami und Kollegen schließen daher, dass die Bakterien von dem Staubsturm abgelagert worden waren. In Form widerstandsfähiger Endosporen hatten sie offenbar nicht nur die extreme Trockenheit der Wüste überstanden, sondern auch den Lufttransport per Staubpartikel.
Forschung: Akinobu Echigo und Ron Usami, Department of Applied Chemistry, Faculty of Engineering, und Bio-Nano Electronics Research Center, Toyo University, Kawagoe; Masahiro Kamekura, Noda Institute for Scientific Research, Noda; und andere
Veröffentlicht in Saline Systems
WWW:
Saline Systems
Bio-Nano Electronics Research Center, Toyo University
- Homepage Ron Usami
Asian Dust Clouds
Forscher kultivieren quadratische Mikroben
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