13.10.2005, 14:52 Uhr
Guter Schlaf nach Handy-Telefonat
Wer vor dem Schlafengehen noch mit den Lieben in der Ferne sprechen will, kann dies ruhig per Mobiltelefon tun. Zu diesem Schluss kommen eine australische Neurowissenschaftlerin und ihre Kollegen nach einer Pilotstudie mit 50 Teilnehmern. Nach einer halben Stunde Handykontakt schliefen diese nicht schlechter als in den übrigen Nächten.
"Diese Resultate sind von besonderer Bedeutung für Heranwachsende und Jugendliche, die wohl den Löwenanteil der nächtlichen Handynutzer stellen dürften", erklärt Sarah Loughran von der Swinburne University of Technology in Hawthorn, Victoria. Die Forscherin stellt ihre Experimente demnächst im Fachblatt "NeuroReport" vor.
Ihre Versuchsteilnehmer trugen 30 Minuten lang ein eingeschaltetes GSM-Mobiltelefon an der rechten Kopfseite und legten sich dann schlafen. Verglichen mit Nächten ohne Handykontakt, kam der Schlaf nicht langsamer, war nicht weniger tief und dauerte auch nicht weniger lang, zeigten Messungen von Gehirnwellen, Herzschlag, Atmung und Muskelaktivität.
Des ungeachtet hinterließen die Mobiltelefone ihre Spuren im Muster der Gehirnwellen, fanden Loughran und Kollegen. In "Handynächten" maßen sie in der ersten Schlafphase stärkere Alphawellen, zudem traten die Schläfer gut eine Viertelstunde früher in die erste REM-Phase ein. Diese Unterschiede will die Gruppe nun genauer unter die Lupe nehmen.
Forschung: Sarah P. Loughran, Andrew W. Wood und Con Stough, Brain Sciences Institute, Swinburne University of Technology, Hawthorn, Victoria; und andere
Präsentation auf der Konferenz der Australasian Sleep Association, Gold Coast, Queensland; Zur Veröffentlichung akzeptiert von NeuroReport
WWW:
Brain Sciences Institute, Swinburne UT
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