10.7.2006, 18:03 Uhr
Schlaf stärkt das Gedächtnis

Schlaf macht neu erworbenes Wissen weniger anfällig für Störungen. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher nach einer Studie mit 60 Teilnehmern. Diese brachten eine neu erlernte Wortliste weniger stark mit einer zuvor erlernten durcheinander, wenn sie zwischenzeitlich etwas Schlaf bekommen hatten.

Frühere Studien hätten bereits gezeigt, dass Schlaf das Erlernen von Bewegungsabläufen oder einer künstlichen Sprache erleichtere, schreiben Jeffrey Ellenbogen von der Harvard University und seine Kollegen im Fachblatt "Current Biology". Die neuen Resultate seien die ersten Hinweise darauf, "dass Schlaf aktiv deklarative Erinnerungen fördert und sie resistent gegen Störeinflüsse macht".

Foto: Junge Frau schlafend auf einer Wiese, den Kopf auf ein aufgeschlagenes Buch gelegt

So kann aktives Gedächtnistraining aussehen. Foto: Courtesy Keith Ellenbogen

Die Forscher ließen ihre Probanden eine Liste von 20 Wortpaaren lernen und gaben ihnen dann frei bzw. schickten sie ins Bett. Zwölf Stunden später musste eine Hälfte der Teilnehmer eine zweite Liste lernen, auf der das erste Wort der alten Liste mit einem neuen Wort verknüpft war. Beim Abfragen der alten Liste erzielten diese Probanden eine mittlere Erfolgsquote von 76 Prozent, wenn sie zwischenzeitlich geschlafen hatten. Waren sie wach geblieben, kamen sie auf lediglich 32 Prozent.

Deutlich geringere Unterschiede zeigten sich bei jenen Teilnehmern, die die zweite Liste nicht hatten lernen müssen. Hier brachten es die beiden Gruppen auf Erfolgsquoten von 94 und 82 Prozent. Die Tageszeit beim Erlernen der ersten Liste - morgens im Falle der Wach-Gruppe und abends im Falle der Schlaf-Gruppe - spielte keine Rolle, schreiben Ellenbogen und seine Kollegen.


Forschung: Jeffrey M. Ellenbogen und Robert Stickgold, Center for Sleep and Cognition, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts; Justin C. Hublert, Psychology Department, University of Oregon, Eugene; und andere

Veröffentlichung Current Biology, Vol. 16, 11. Juli 2006, pp 1290-4, DOI 10.1016/j.cub.2006.05.024

WWW:
Harvard Medical School
Arten des Erinnerns
Deep into Sleep
Schlafstörungen und ihre Behandlungsmethoden

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