5.1.2006, 11:01 Uhr
Wie schnell trinkt die Tomate?
Wasser ist auch für Pflanzen lebenswichtig. Wie rasch sie das kostbare Nass aufnehmen, haben Forscher in Berlin nun erstmals "filmen" können. Indem sie einen Tomatensetzling mit Neutronen durchleuchteten, konnten sie verfolgen, wie Wasser durch die Wurzeln aufgenommen wurde und im Stängel aufstieg.
"Die Wasseraufnahme ist ein wichtiges Maß dafür, wie gut es einer Pflanze geht", erläutert Uzuki Matsushima von der Iwate University im japanischen Morioka., in deren Auftrag die Untersuchungen am Berliner Hahn-Meitner-Institut durchgeführt wurden. "Jetzt haben wir ein Werkzeug, mit dem wir die ganze Pflanze scharf sehen und so das Wasser über längere Zeit verfolgen können."
Bild: Hahn-Meitner-Institut
Für ihr Experiment nutzten Matsushima und ihr Berliner Kollege Nikolay Kardjilov aus, dass Neutronen an verschiedenen Isotopen - unterschiedlich schweren Versionen - eines chemischen Elements unterschiedlich stark gestreut werden. Dazu gaben sie dem Tomatenpflänzchen ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Wasser, in dem der normale Wasserstoff durch das schwerere Deuterium ersetzt war. Bei der Durchleuchtung mit Neutronen zeichnete sich dieses "schwere Wasser" ähnlich gut ab wie ein Kontrastmittel bei einer Röntgenaufnahme.
"Hätte man das Experiment einfach mit gefärbtem Wasser durchgeführt, hätte sich der Farbstoff nicht genauso in der Pflanze ausgebreitet wie das Wasser", erklärt Kardjilov. Für die Pflanze spiele es dagegen keine Rolle, ob sie normales oder schweres Wasser aufnehme. Nach Ansicht Matsushimas können die neuen Resultate helfen, "die Wachstumsbedingungen besser an die Bedürfnisse der Pflanzen anzupassen und so landwirtschaftliche Erträge zu steigern."
Forschung: Uzuki Matsushima, Faculty of Agriculture, Iwate University, Morioka, und Nikolay Kardjilov, Abteilung Werkstoffe, Hahn-Meitner-Institut, Berlin
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