6.1.2006, 20:12 Uhr
Blick in kosmischen Schlund
Große Ähnlichkeit mit einem weit aufgerissenen Maul besitzt ein Nebel, den amerikanische Astronomen abgelichtet haben. In einer Nachbargalaxie der Milchstraße gelegen, werden die Nebelmassen vom Wind massereicher Sterne ausgehöhlt und gleichzeitig zum Leuchten angeregt.
Travis Rector von der University of Alaska, Anchorage, nutzte Beobachtungsdaten des Gemini-Teleskops in Chile, um das jetzt veröffentlichte Bild anzufertigen. Darauf zu sehen ist der N44-Komplex in der Großen Magellanschen Wolke: ein Nebel, in dem eine rund 325 mal 250 Lichtjahre weite Höhlung klafft. In dieser "Superblase" sitzt wiederum der Sternhaufen NGC 1929.
Bild: Gemini Observatory/Travis Rector, UAA
Unklar sei, in welchem Maße Supernova-Explosionen besonders massiver und damit schnelllebiger Haufensterne zu der Gestalt der Blase und ihrer zahlreichen Tochterblasen beigetragen haben, erläutert Philip Massey vom Lowell Observatory in Flagstaff, Arizona. "Betrachten wir die Geschwindigkeit der Gasmassen in der Wolke, finden wir Unstimmigkeiten zwischen der Größe der Blase und den zu erwartenden Geschwindigkeiten der Sternenwinde aus dem zentralen Sternhaufen." Die neuen Daten könnten helfen, diese Ungereimtheiten zu klären.
Bei dem neuen Portrait handelt es sich um ein Falschfarbenbild, das aus mehreren Einzelaufnahmen bei verschiedenen Wellenlängen kombiniert wurde: Violette und blaugrüne Töne entsprechen der Strahlung von energetisch angeregten Wasserstoffatomen bzw. doppelt ionisiertem Sauerstoff (656 bzw. 500 Nanometer Wellenlänge). Feine Orangetöne markieren Spuren von einfach ionisiertem Schwefel (672 Nanometer).
Forschung: Sally Oey, Department of Astronomy, University of Michigan, Ann Arbor; Philip Massey, Lowell Observatory, Flagstaff, Arizona; Travis Rector, Department of Physics, University of Alaska, Anchorage
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Gemini Observatory
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