4.1.2006, 13:36 Uhr
Sport beschleunigt die Wundheilung

Körperliche Ertüchtigung bewirkt, dass sich Wunden schneller schließen. Das haben amerikanische Psychologen und Mediziner im Rahmen einer Studie mit 28 Senioren beobachtet. Bei jenen Teilnehmern, die regelmäßig Sport trieben, verheilten kleine Hautwunden gut ein Viertel schneller.

"Dies ist das erste Mal, dass wir einen solchen Effekt im Zusammenhang mit Sport nachweisen konnten", erklärt Charles Emery von der Ohio State University in Columbus. Je schneller eine Wunde heile, desto geringer sei das Risiko eines Infekts. Die neuen Resultate lieferten daher einen weiteren guten Grund, auch im fortgeschrittenen Alter aktiv zu bleiben.

Emery und Kollegen konnten eher unsportliche Senioren im Alter von 55 bis 77 Jahren für ihre Studie gewinnen. Dreizehn Teilnehmer nahmen ein Programm mit drei einstündigen Trainingseinheiten pro Woche auf, bestehend aus Dehn-, Ausdauer- und Kraftübungen. Nach einer Eingewöhnungsphase wurde allen Teilnehmern eine rund drei Millimeter weite und tiefe Hautwunde am Oberarm beigebracht.

In der Kontrollgruppe waren die Läsionen nach durchschnittlich 39 Tagen vollständig verheilt, in der Sportgruppe dagegen schon nach 29 Tagen, berichteten die Forscher kürzlich im "Journal of Gerontology".

Überraschenderweise erhöhte das Training nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmer, sondern verstärkte auch ihre Cortisolausschüttung bei einem späteren Stresstest. "Möglicherweise verbessert die Belastung bei den Übungen die Cortisolregulation", vermutet Emery. "Dies könnte einen biologischen Mechanismus widerspiegeln, über den körperliche Betätigung die Wundheilung beschleunigt."


Forschung: Charles F. Emery und David J. Frid, Departments of Psychology and Internal Medicine, Ohio State University, Columbus; und andere

Veröffentlicht in Journal of Gerontology A, Vol. 60, pp 1432-6

WWW:
Emery Lab
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