10.1.2006, 19:13 Uhr
Neue Belege für Ereignishorizont

Bei der Annäherung an ein Schwarzes Loch sollte die Schwerkraft so stark werden, dass nicht einmal Licht ihr entkommen kann. Belege für die Existenz eines solchen Ereignishorizonts liefern neue Beobachtungen amerikanischer Astronomen. Schwarze Löcher zeigen demnach keine Strahlungsausbrüche von Materie, die auf eine solide Oberfläche trifft.

"Da Ereignishorizonte per Definition unsichtbar sind, sollte ihr Nachweis unmöglich sein", erklärt Ron Remillard vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. "Indem wir Objekte beobachten, die Gas anziehen, können wir jedoch folgern, ob dieses Gas auf eine feste Oberfläche trifft oder sang- und klanglos verschwindet."

Illustration: Materiewirbel um Neutronenstern, Explosion, Strahlungskurve

Illustration: NASA/Dana Berry; Strahlungskurve eines Typ-1-Röntgenausbruchs: Remillard et al.

Mit Hilfe des Röntgensatelliten Rossi X-ray Timing Explorer studierten Remillard und Kollegen 31 extrem dichte Überreste ausgebrannter Sterne, die Materie von einem Begleitstern abziehen. Besonders abgesehen hatten es die Forscher auf Röntgenstrahlung, die beim "Verbrennen" dieser Materie auf der Oberfläche einer Sternleiche ausgesendet wird. Tatsächlich registrierte der Satellit 135 solcher Typ-1-Röntgenausbrüche bei 13 vermutlichen Neutronensternen, jedoch keine bei 18 vermutlichen Schwarzen Löchern.

Falls Schwarze Löcher überhaupt eine feste Oberfläche haben, muss diese jenseits eines Ereignishorizonts liegen, folgern die Forscher. "Dies ist eine sehr einfache, aber umso aussagekräftigere Idee", so Remillards Kollege Ramesh Narayan vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Typ-1-Röntgenausbrüche seien leicht zu identifizieren und ihre beobachtete Häufigkeit bei Neutronensternen stimme mit den theoretisch berechneten Werten überein. "Unsere neue Analyse bekräftigt daher die Vorstellung vom Ereignishorizont."


Forschung: Ron A. Remillard und Dacheng Lin, Kavli Institute for Astrophysics and Space Research, MIT, Cambridge Massachusetts; Randall L. Cooper und Ramesh Narayan, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts

Präsentation auf dem 207th Meeting of the American Astronomical Society, Washington, D.C.; #32.02

WWW:
MIT Kavli Institute
Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics
Black Holes
Rossi X-ray Timing Explorer
Schwere Geburt für Schwarze Löcher
Stern von Schwarzem Loch zerrissen

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