1.11.2005, 14:30 Uhr
Zwei mögliche Plutomonde entdeckt

Zwei mögliche neue Monde haben amerikanische Astronomen bei Pluto ausgemacht, dem nach derzeitiger Zählung äußersten Planeten des Sonnensystems. Sollte die Entdeckung bestätigt werden, würde sie ein neues Licht auf die Entwicklung des Plutosystems und seiner Umgebung werfen.

Pluto findet sich im Kuipergürtel - einer Region jenseits der Neptunbahn, in der Myriaden unterschiedlich großer Felsbrocken um die Sonne ziehen. Einige Astronomen sind der Ansicht, dass Pluto mit seinem Durchmesser von knapp 2.300 Kilometern nur ein besonders großes Kuipergürtel-Objekt ist. Andere argumentieren dagegen, wenn Pluto als Planet eingestuft werde, müsse dies auch für andere, größere Objekte in den Außenbezirken des Sonnensystems gelten.

Zwei Langzeitaufnahmen zeigen die Bewegung der vermutlichen Monde

Zwei Langzeitaufnahmen vom 15. und 18. Mai zeigen die Bewegung der vermutlichen Monde. Bilder: NASA, ESA, H. Weaver (JHU/APL), A. Stern (SwRI), and the Hubble Space Telescope Pluto Companion Search Team

Von Pluto war bislang nur ein Mond bekannt, der knapp 1.180 Kilometer messende Charon. In Vorbereitung ihrer Plutomission "New Horizons" nutzten Hal Weaver vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University in Laurel, Maryland, und seine Kollegen nun das Weltraumteleskop Hubble, um das eisige Duo besonders eingehend zu studieren. Ihre Mitte Mai angefertigten Langzeitaufnahmen zeigen neben Charon zwei weitere Lichtpunkte, die sich langsam um Pluto bewegen zu scheinen.

Die vermutlichen Monde S/2005 P1 und P2 dürften etwa 32 bzw. 70 Kilometer groß sein und sind etwa 43.000 Kilometer von Pluto entfernt, gut doppelt so weit wie Charon. Auf den Bildern erscheinen sie etwa 5.000 mal leuchtschwächer als Pluto. "Diese Hubble-Aufnahmen stellen die bislang gründlichste Suche nach weiteren Objekten bei Pluto dar", erläutert Weavers Kollege Andrew Steffl vom Southwest Research Institute in Boulder, Colorado. "Es ist unwahrscheinlich, dass es im Plutosystem weitere Monde mit Durchmessern von mehr als 16 Kilometern gibt."


Forschung: Hal Weaver, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland; Alan Stern und Andrew Steffl, Southwest Research Institute, Boulder, Colorado; und andere

WWW:
Johns Hopkins Applied Physics Laboratory
- New Horizons
Hubble
Pluto
Kuiper Belt
Mond bei "zehntem Planeten" entdeckt
Mehr Licht aus dem Kuipergürtel

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