31.10.2005, 17:16 Uhr
Luftverschmutzung erhöht Schlaganfallrisiko

An Tagen mit hoher Luftverschmutzung erleiden mehr Menschen einen Schlaganfall. Das bestätigt eine neue Studie amerikanischer Mediziner. Relativ hohe Konzentrationen von Feinstaub und anderen Luftschadstoffen erhöhen das Risiko für durch Blutgerinnsel ausgelöste Schlaganfälle demnach um gut ein Prozent.

"Das klingt zwar nach einem relativ kleinen Effekt", gibt Gregory Wellenius von der Harvard University in Boston zu bedenken, "angesichts der hohen Zahl exponierter Personen und der vielen Menschen mit einem ohnehin erhöhten Schlaganfallrisiko ergibt dies [...] jedoch eine erhebliche Zahl Betroffener." Wellenius und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate in einen vorab veröffentlichten Artikel des Fachblatts "Stroke".

Die Mediziner analysierten Daten aus neun US-amerikanischen Großstädten. An zusammengerechnet 37.000 Tagen waren dort 174.814 über Medicare versicherte Personen in die Krankenhäuser eingeliefert worden. Im Falle ischämischer Schlaganfälle zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Zahl der Einweisungen und der Konzentration von Luftschadstoffen - etwa Feinstaubpartikeln mit Durchmessern von unter zehn Mikrometern (PM10).

Mit jedem Anstieg der PM10-Konzentration um ein Viertel der Differenz zwischen den niedrigsten und höchsten Messwerten stieg die Zahl der Einweisungen am gleichen Tag um ein Prozent, fanden die Forscher. Ähnliche Effekte hatten hohe Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffdioxid (NO2) und Schwefeldioxid (SO2). Der zugrunde liegende Mechanismus sei noch unklar, so Wellenius. Eine mögliche Verbindung sei, dass Feinstaubpartikel in der Atemluft Entzündungsprozesse förderten.


Forschung: Gregory A. Wellenius, Joel Schwartz und Murray A. Mittleman, Cardiovascular Epidemiology Research Unit, Cardiovascular Division, Department of Medicine, Beth Israel Deaconess Medical Center, und Department of Environmental Health, Harvard School of Public Health, Boston, Massachusetts

Vorab-Veröffentlichung Stroke, DOI 10.1161/01.STR.0000189687.78760.47

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Harvard School of Public Health
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