26.10.2005, 17:07 Uhr
"First Light" für zweiäugiges Teleskop

Die ersten Aufnahmen des weltgrößten Einzelteleskops haben jetzt amerikanische, italienische und deutsche Forscher vorgestellt. Ähnlich einem überdimensionalen Feldstecher, soll das "Large Binocular Telescope" im US-Bundesstaat Arizona mit zwei 8,4 Meter großen Spiegeln in die Tiefen des Alls schauen.

"Das LBT wird uns völlig neue Möglichkeiten für die Erforschung außerhalb des Sonnensystems oder zur Untersuchung der fernsten und damit jüngsten Galaxien eröffnen", betont Thomas Henning, Direktor des auf deutscher Seite federführenden Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg. Das gut 120 Millionen Dollar teure Teleskop ist ein Gemeinschaftsprojekt amerikanischer, italienischer und deutscher Institute und Universitäten.

Foto: Das LBT auf dem 3190 Meter hohen Mount Graham

Das LBT auf dem 3190 Meter hohen Mount Graham. Foto: Max-Planck-Institut für Astronomie

Mit seinen zwei Spiegeln werde das LBT so viel Licht sammeln wie ein Teleskop mit einem einzigen, 11,8 Meter großen Spiegel, so die Forscher. Dabei sei es einerseits mit einer adaptiven Optik ausgestattet, um atmosphärische Störungen auszugleichen. Andererseits könne das von den beiden Spiegeln gelieferte Licht zur Überlagerung gebracht werden, sodass die Auflösung auf die eines Teleskops mit einem 22,8 Meter großen Spiegel steige.

Die jetzt vorgestellten Bilder wurden mit nur einem der beiden 16 Tonnen "leichten" Spiegel aufgenommen. Doch schon anhand dieser "einäugigen" Aufnahmen könne man erahnen, "was die Wissenschaftler in der nahen Zukunft an faszinierender Bildqualität erwarten können", so Gerd Weigelt, Direktor des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn. Weitere auf deutscher Seite beteiligte Institute sind das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, das Astrophysikalische Institut Potsdam und die Landessternwarte Heidelberg.

Foto: Die erste Aufnahme des LBT zeigt die Galaxie NGC891, gut 24 Millionen Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild Andromeda

Die erste Aufnahme des LBT zeigt die Galaxie NGC891, gut 24 Millionen Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild Andromeda. Bild: Max-Planck-Institut für Astronomie


Forschung: -

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Large Binocular Telescope Observatory
Max-Planck-Institut für Astronomie

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