2.2.2006, 16:46 Uhr
Liegen beeinträchtigt Riechsinn
Wer seine bessere Hälfte wieder einmal mit Rosen überraschen möchte, sollte dies möglichst nicht unmittelbar nach dem Wecken tun. Kanadische Neurowissenschaftlerinnen haben entdeckt, dass die Nase im Liegen weniger fein arbeitet als im Stehen.
"Über die biologischen Grundlagen dieses Unterschieds können wir derzeit nur spekulieren", erklärt Marilyn Jones-Gotman von der McGill University in Montréal. Denkbar sei, dass es sich um eine gezielte Reizdämpfung für einen ungestörten Schlaf handle. Möglich sei aber auch, dass die Luft im Liegen weniger gut an die Riechsinneszellen gelange, beispielsweise als Folge der veränderten Flüssigkeitsverteilung im Körper.
Jones-Gotman und ihre Gruppe ließen je 18 Männer und Frauen steigende Konzentrationen von 2-Phenylethanol schnuppern - einer in Natur und Industrie zu Rosen- und Blütendüften beitragenden Verbindung. Erstaunlicherweise bemerkten gut zwei Drittel der Probanden den Duft deutlich später, wenn sie bei den Versuchen auf dem Rücken lagen, berichtet die Gruppe im Fachblatt "Chemical Senses".
Andere Studien hätten bei Liegenden bereits eine erhöhte Hörschwelle und eine verminderte Fähigkeit zum räumlichen Denken festgestellt, so Jones-Gotman. Von praktischer Bedeutung seien diese Befunde vor allem für die Planung von Wahrnehmungsversuchen. Bei solchen Experimenten werde mitunter die Aktivierung des Gehirns kartiert - und dabei lägen die Probanden häufig in einem Kernspintomographen.
Forschung: Johan N. Lundström, Julie A. Boyle und Marilyn Jones-Gotman, Montreal Neurological Institute, McGill University, Montréal, Québec
Vorab-Veröffentlichung Chemical Senses, DOI 10.1093/chemse/bjj025
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Riechen - Von der Nase ins Gehirn
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