26.1.2006, 11:33 Uhr
Gehirnjogging senkt Demenzrisiko
Ein gut trainiertes Gehirn gerät bei Problemen weniger leicht ins Stocken. Für diese Ansicht sprechen die Ergebnisse einer umfassenden Literaturstudie, die australische Psychiater durchgeführt haben. Geistige Beanspruchung in den unterschiedlichsten Lebensabschnitten geht demnach mit einem deutlich reduzierten Demenzrisiko einher.
"Bislang gab es widersprüchliche Befunde zur Rolle von Ausbildung, Beruf, Intelligenzquotient und geistig anregender Freizeitbeschäftigung bei der Vorbeugung des Rückgangs der kognitiven Fähigkeiten", so Michael Valenzuela vom Prince of Wales Hospital und der University of New South Wales in Sydney. Die neuen Resultate, basierend auf Daten von insgesamt 29.000 Studienteilnehmern, zeichneten ein sehr viel klareres Bild.
Valenzuela und sein Kollege Perminder Sachdev durchsuchten die Fachliteratur nach Studien, die im Zusammenhang mit dem Konzept der "geistigen Reserve" standen. Diesem Konzept zufolge, machen sich alters- oder krankheitsbedingte Gehirnveränderungen umso später bemerkbar, je stärker das Hirn zuvor beansprucht worden ist. Tatsächlich ergab die zusammenfassende Analyse von 22 Studien, dass das Risiko für eine Demenz um bis zu 46 Prozent sinkt, wenn das Gehirn zeitlebens auf Trab gehalten wird.
Wer erst im fortgeschrittenen Alter geistig stimulierende Hobbys für sich entdecke, erziele gleichwohl einen gewissen Schutzeffekt, betont Valenzuela. Offenbar sei die "geistige Reserve" nicht statisch, sondern könne ein Leben aufgefüllt werden. "Was wir jetzt brauchen, ist eine klinische Studie, die unser neurobiologisches Verständnis des Reserve-Effekts voranbringt", so der Forscher.
Forschung: Michael J. Valenzuela und Perminder Sachdev, The Neuropsychiatric Institute und The Black Dog Institute, Prince of Wales Hospital, und School of Psychiatry, University of New South Wales, Sydney
Vorab-Veröffentlichung Psychological Medicine, DOI 10.1017/S0033291705006264
WWW:
School of Psychiatry, University of New South Wales
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