31.1.2006, 12:41 Uhr
Die meisten Sterne sind Singles

Die meisten Sterne in der Milchstraße haben keinen Begleitstern. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanischer Astronom nach der Analyse neuerer Literaturdaten. Dieses Resultat lässt auf reiche Beute für die Planetenjäger unter seinen Kollegen hoffen.

Bislang sei allgemein angenommen worden, die meisten Sterne seien in Systemen mit zwei oder mehr Sternen zu finden, erläutert Charles Lada vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts. Der Forscher hat seine Resultate zur Veröffentlichung beim Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" eingereicht und bereits jetzt online zur Diskussion gestellt.

Illustration: Eisiger Planet im Vordergrund, sein Zwergstern als kleiner Lichtpunkt im Hintergrund

Ein möglicherweise häufiges Szenario: Ein eisiger Planet umkreist einen roten Zwergstern

Seit Jahrhunderten wissen Astronomen, dass massereiche, besonders heiße Sterne häufig einen oder mehr stellare Begleiter besitzen. Jüngere Studien zeigen dagegen, dass gerade kleine und relativ kühle Sterne überwiegend einzeln auftreten. Lada kombinierte nun Daten über den Anteil der Einzelsterne und über die Häufigkeit der Sterne einzelner Spektralklassen. Mindestens die Hälfte aller Sterne in der Milchstraßenscheibe ist demnach als Einzelgänger unterwegs.

Bedingt wird dieses Resultat vor allem durch die schiere Zahl einsamer M-Zwerge gegenüber den seltenen, dafür aber höchst "geselligen" Kolossen der Spektralklassen O und B. Erst kürzlich war über die Entdeckung eines relativ kleinen Planeten bei einem M-Zwerg berichtet worden. Solche Planeten entständen möglicherweise leichter bei Einzelsternen als in Mehrfachsystemen, erklärt Lada. "Rote Zwerge könnten daher reichhaltige Jagdgründe für die Suche nach Planeten sein - inklusive solchen mit Massen ähnlich der Erde", so der Forscher.


Forschung: Charles J. Lada, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts

Veröffentlichung vorgesehen in Astrophysical Journal Letters; Preprint astro-ph/0601375

WWW:
Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics
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