31.1.2006, 16:14 Uhr
Kernspin als Lügendetektor

Ob eine Person lügt oder nicht, lässt sich am Muster ihrer Gehirnaktivität ablesen. Darauf deutet eine Pilotstudie amerikanischer Mediziner hin. Ein Kernspintomograph erlaubt demnach eine verlässlichere Unterscheidung zwischen Lüge und Wahrheit als ein herkömmlicher Lügendetektor.

Solche Geräte messen Veränderungen von Atmung, Herzschlag oder Schweißproduktion. Diese könnten jedoch von vielen Menschen bewusst kontrolliert werden, erläutert Feroze Mohamed von der Temple University in Philadelphia. "Da die Gehirnaktivität einer bewussten Kontrolle weniger zugänglich sein dürfte, könnte unsere Arbeit [...] vielleicht zu einer neuen Methode zur objektiven Lügen-Erkennung im Gerichtssaal und anderswo führen."

Mohamed und Kollegen konnten elf Männer und Frauen für ihre Versuche gewinnen. Während diese auf Fragen zu einem inszenierten Schusswechsel wahrheitsgemäß antworteten oder aber logen, wurde ihre Gehirnaktivität per funktioneller Magnetresonanztomographie kartiert. Wie die Forscher im Fachblatt "Radiology" berichten, waren im ersten Fall vierzehn Gehirnareale durchgängig aktiv, im zweiten Fall dagegen nur sieben Areale.

Offenbar müsse das Gehirn zusätzliche Kontrollinstanzen bemühen, um die Wahrheit zu unterdrücken, so Mohamed. Bei einer erneuten Befragung unter Kontrolle eines Polygraphen hätten bewusst falsche Aussagen in 92 Prozent der Fälle, wahrheitsgemäße Aussagen dagegen nur in 70 Prozent der Fälle korrekt identifiziert werden können.


Forschung: Feroze B. Mohamed und Scott H. Faro, Department of Radiology, Functional Brain Imaging Center, Temple University Hospital and School of Medicine, Philadelphia, Pennsylvania; und andere

Veröffentlicht in Radiology, Vol. 238(2), pp 679-88, DOI 10.1148/radiol.2382050237

WWW:
Department of Radiology, Temple University
Lügendetektor
Magen straft Lügen
Forscher finden menschliche Lügendetektoren

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