1.2.2006, 7:45 Uhr
Gute Väter sind ein bisschen schwanger
Werdende Väter entwickeln mitunter regelrechte Schwangerschaftssymptome. Das gilt nicht nur für Menschen, haben amerikanische Forscherinnen entdeckt. Bei zwei weiteren Primatenarten legen Nachwuchs erwartende Männchen deutlich an Gewicht zu.
"Die Männchen lassen sich irgendwie von den hormonellen Veränderungen ihrer schwangeren Partnerinnen mitreißen", erklärt Toni Ziegler von der University of Wisconsin, Madison. Als Folge steigen bei den Männchen die Spiegel typischer Mutter-Hormone, berichten die Primatologin und ihre Kolleginnen im Fachblatt "Biology Letters".
Die Gruppe studierte je 29 Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus) und Lisztaffen (Saguinus oedipus) - beides kleine Affenarten aus Südamerika. Unter den Tieren waren 14 bzw. 11 angehende Väter. Diese legten im Laufe der Schwangerschaft ihrer Partnerinnen durchschnittlich zehn Prozent an Gewicht zu, offenbarten monatliche Messungen. Gleichzeitig stiegen die Spiegel der Hormone Prolactin, Östrogen und Testosteron in ihrem Blut.
Bei beiden Arten seien die Männchen stark an der Aufzucht der Jungen beteiligt, so Ziegler weiter. Die Funktion der mitfühlenden Schwangerschaft könnte daher sein, den Körper auf die Strapazen der Vaterschaft vorzubereiten. "Unsere Arbeit könnte klären helfen, was einen guten Papa ausmacht."
Foto: Jeff Miller, University of Wisconsin-Madison
Forschung: Shelly Prudom, Nancy Schultz-Darken, Aimee Kurian, Charles Snowdon und Toni Ziegler, National Primate Research Center und Department of Psychology, University of Wisconsin, Madison
Vorab-Veröffentlichung Biology Letters
WWW:
National Primate Research Center, University of Wisconsin
- Callithrix jacchus
- Saguinus oedipus
Monthly Male Syndrome
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