27.1.2006, 8:20 Uhr
Unplanmäßige Rauch-Stopps erfolgreicher

Die meisten Raucher schwören dem Tabak spontan ab, anstatt ihren Abschied von der Droge langfristig zu planen. Das berichtet ein englisches Forscherduo im "British Medical Journal". Erstaunlicherweise sind die spontanen Versuche deutlich erfolgreicher.

Diese Resultate ständen im Gegensatz zu dem vorherrschenden Modell, demzufolge ein Raucher bis zum tatsächlichen Ausstiegsversuch mehrere Stadien durchlaufe, schreiben Robert West vom University College London und seine Kollegin Taj Sohal vom Marktforschungsunternehmen BMRB. Umso wichtiger sei es, auch spontan Aufhörwilligen medizinisch-psychologische Unterstützung anzubieten.

West und Sohal analysierten Daten von 5.351 jugendlichen und erwachsenen Briten. Darunter waren 996 ehemalige Raucher und 918 aktuelle Raucher, die schon einmal versucht hatten, mit dem Rauchen aufzuhören. Knapp 50 Prozent hatten ihren jüngsten Aufhörversuch nicht geplant, sondern hatten "einfach mit dem Rauchen aufgehört". Lediglich 20 Prozent hatten den Versuch Wochen oder sogar Monate im Voraus geplant.

Spontane Aufhörversuche führten doppelt so häufig zu mindestens sechsmonatiger Abstinenz wie geplante Versuche, ermittelten West und Sohal. Ihrer Ansicht sprechen die Resultate eher für eine Art Katastrophentheorie des Entsagens: Eine Vielzahl von Faktoren setze Raucher derart unter innerliche Spannung, dass mitunter schon ein kleiner Auslöser genüge, um "von jetzt auf gleich" mit dem Rauchen aufzuhören. Kampagnen gegen das Rauchen sollten vielleicht darauf abzielen, die Spannung zu steigern oder den Auslöser zu liefern, so das Duo, müssten gleichzeitig jedoch Hilfe für die Aufhörwilligen sicherstellen.


Forschung: Robert West, Department of Epidemiology, University College London, und Taj Sohal, Social Research, British Market Research Bureau, London

Vorab-Veröffentlichung British Medical Journal, DOI 10.1136/bmj.38723.573866.AE

WWW:
Department of Epidemiology, UCL
British Market Research Bureau
Rauchfrei 2006

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