21.11.2005, 20:07 Uhr
Wenige Gene machen zahm
Nur wenige Gene scheinen zu bestimmen, ob ein Tier zahm ist oder nicht. Das haben schwedische Biologinnen bei der Untersuchung von Füchsen ermittelt. Ungleich stärker scheinen sich die unterschiedlichen Umweltbedingungen für Wild- und Haustiere auszuwirken, schreiben die Forscherinnen im Fachblatt "Current Biology".
Elena Jazin und ihre Kolleginnen studierten "Silberfüchse", eine Spielart des Rotfuchses (Vulpes vulpes). Einige Tiere entstammten einer Linie, die sich Menschen gegenüber nach mehr als 40 Generationen gezielter Zucht in Pelztierfarmen ähnlich friedfertig und kommunikativ verhält wie Hunde. Die übrigen Tiere stammten ebenfalls aus Farmen, hatten jedoch keine Selektion in Richtung Zahmheit erfahren.
Foto: Courtesy Elena Jazin
Die Forscherinnen bestimmten die Genaktivität im Gehirngewebe der Tiere. Zu ihrer Verblüffung fanden sie, dass lediglich 40 von 30.000 verschiedenen Gen-Abschriften (mRNA) bei gezähmten und nicht-gezähmten Füchsen unterschiedlich häufig vorkamen. Der Vergleich der beiden Farmlinien mit wilden Füchsen ergab dagegen jeweils über 2.700 Unterschiede.
"Insgesamt deuten diese Resultate darauf hin, dass die dramatischen Veränderungen von Verhalten und Physiologie, wie sie die Züchtung auf Zahmheit verursacht, mit begrenzten Veränderungen im Gehirn-Transkriptom einhergehen könnten", folgern Jazin und Kolleginnen. Die übrigen Unterschiede dürften dagegen im Zusammenhang mit der Anpassung an das Leben in Gefangenschaft stehen.
Forschung: Julia Lindberg, Susanne Björnerfeldt und Elena Jazin, Department of Evolution, Genomics and Systematics, Uppsala University; und andere
Veröffentlichung in Current Biology, Vol. 15(22), 22. November 2005, pp R915-R916
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Homepage der Arbeitsgruppe Jazin
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