15.11.2005, 16:49 Uhr
Gen beeinflusst Alkohol-Empfindlichkeit

Ob man viel oder wenig Alkohol verträgt, hängt zumindest teilweise vom Erbgut ab. Amerikanischen Medizinern ist es nun gelungen, eines der verantwortlichen Gene aufzuspüren. Je nachdem, welche Genversionen eine Person besitzt, steigen ihr alkoholische Getränke langsamer oder rascher zu Kopfe.

Dieses Resultat sei umso mehr von Bedeutung, als mit der Empfindlichkeit gegenüber Alkohol auch das Risiko für eine Abhängigkeit variiere, erklärt Mark Schuckit von der University of California in San Diego. Wer nur langsam auf Alkohol anspreche, müsse mehr trinken, um eine Wirkung zu verspüren. Schuckit und Kollegen präsentieren ihre Resultate im Fachblatt "Alcoholism: Clinical and Experimental Research".

Die Forscher studierten 238 Geschwisterpaare im Alter von 18 bis 29 Jahren, bei denen mindestens ein Elternteil alkoholabhängig war. Die Teilnehmer tranken Alkohol und gaben auf einer Skala von 0 bis 36 an, wie betrunken sie sich fühlten. Als objektives Maß für diesen Effekt ermittelten die Forscher gleichzeitig, wie stark die Probanden schwankten. Dann testeten sie, welche Sequenzvarianten die Teilnehmer in bestimmten Abschnitten des Erbguts aufwiesen.

Tatsächlich zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Alkohol-Empfindlichkeit und einer Region auf dem Chromosom 10 - und dort speziell mit dem Gen für einen Kaliumkanal (KCNMA1). Mutationen in dem entsprechenden Gen bei Fadenwürmern schützten die Tiere vor Trunkenheit, erläutert Schuckit. Zudem sei bekannt, dass sich Alkohol auf den Fluss von Kaliumionen durch die Membran von Nervenzellen auswirke. "Unsere Resultate deuten nun darauf hin, dass das Pendant dieses Gens bei Menschen kontrolliert, wie stark Alkohol den Kaliumstrom in Zellen hinein und aus ihnen hinaus beeinflusst", so der Forscher.


Forschung: Tom L. Smith, Heide S. Feiler und Marc A. Schuckit, Department of Psychiatry, University of California at San Diego, und Alcohol Research Center, Veterans Affairs San Diego Healthcare System; und andere

Veröffentlichung in Alcoholism: Clinical and Experimental Research, Vol. 29(11), November 2005

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Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
- Zahlen zum Alkohol
Alkohol knockt Bienen aus
Forscher finden Trunkenheits-Protein

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