17.11.2005, 13:07 Uhr
Kleine Sterne bleiben klein

Alle Sterne entstehen auf die gleiche Art und Weise - nämlich durch den Kollaps einer dichten Materiewolke. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Astrophysiker nach Computersimulationen. Demnach verhindern die Turbulenzen in einer Wolke, dass anfänglich kleine Sterne im Laufe der Zeit nachträglich an Masse zulegen.

Vielmehr würden selbst Riesensterne mit dem Hundertfachen der Sonnenmasse praktisch mit ihrem endgültigen Gewicht geboren, ist Mark Krumholz von der University of California in Berkeley überzeugt. Der Forscher, mittlerweile an der Princeton University tätig, und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate im Magazin "Nature".

Astronomen gehen davon aus, dass Sterne aus kalten Gaswolken entstehen, die aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft "verklumpen". Einem Modell zufolge, kollabieren besonders dichte Bereiche der Wolke zu einzelnen Sternen oder kleinen Mehrfachsystemen. Ein alternatives Modell geht davon aus, dass in solchen Kernen jeweils viele kleine "Stern-Keime" entstehen. Diese sollen im Laufe der Zeit weitere Materie anziehen und dabei mit ihren Geschwistern in Konkurrenz treten.

Die Computersimulationen lasen nun vermuten, dass eine derartige Materie-Akkretion normalerweise durch die raschen und turbulenten Strömungen in der umgebenden Wolke vereitelt wird. Theoretisch könnten kleine Sterne unter bestimmten Bedingungen zwar nachträglich wachsen, so Krumholz und Kollegen, entsprechende Wolken seien bislang jedoch nicht beobachtet worden. Umgekehrt spreche die Entdeckung von Braunen Zwergen mit Gas- und Staubscheiben für das Kollapsmodell. Allerdings gelte es nun zu klären, warum massereiche Protosterne durch ihren Energie- und Materieausstoß nicht ihr eigenes Wachstum verhinderten.


Forschung: Mark R. Krumholz, Astrophysics Department, Princeton University, Princeton, New Jersey; Christopher F. McKnee und Richard L. Klein, Physics Department und Astronomy Department, University of California, Berkeley, und Lawrence Livermore National Laboratory, Livermore, Kalifornien

Veröffentlicht in Nature, Vol. 438, 17. November 2005, pp 332-4, DOI 10.1038/nature04280

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Homepage Mark Krumholz
Star Formation
Astronomen finden neue Rekordsterne
Geburt eines Sterngiganten

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