17.11.2005, 14:22 Uhr
Sport schützt vor Brustkrebs
Frauen, die regelmäßig Sport treiben, weisen ein niedrigeres Brustkrebsrisiko auf. Das bestätigt eine neue Studie amerikanischer und norwegischer Medizinerinnen. Der Effekt ist offenbar unabhängig vom ethnischen Hintergrund und setzt schon bei einem mäßigen Trainingsaufwand ein, berichtet die Gruppe im "Journal of the National Cancer Institute".
Leslie Bernstein von der University of Southern California in Los Angeles und ihre Kolleginnen analysierten Daten von 4.538 eher europäischstämmigen bzw. eher afroamerikanischen Frauen mit Brustkrebs. Die Patientinnen im Alter von 35 bis 64 Jahren hatten im Rahmen einer großen Gesundheitsstudie Auskunft über ihre Lebensgewohnheiten gegeben. Die Vergleichsgruppe bestand aus 4.649 nicht erkrankten Frauen und entsprach in puncto Alters- und Ethnienverteilung der Patientinnengruppe.
Besonders interessierten sich die Medizinerinnen dafür, ob und wie intensiv die Frauen seit ihrem zehnten Geburtstag Sport getrieben hatten. Aus dem Vergleich zwischen Patientinnen- und Kontrollgruppe schließen sie, dass Frauen, die im Jahresmittel pro Woche mindestens 1,3 Stunden trainiert hatten, ein gut 20 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko aufwiesen als solche, die inaktiv gewesen waren. Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen sei, dass Sport die Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron senke, so Bernstein. Diese Hormone regten wiederum die Zellen der Brustdrüse zur Teilung an.
Wie schon bei einer früheren Studie fanden die Medizinerin und ihre Kolleginnen, dass der günstige Effekt des Sports scheinbar nicht zum Tragen kommt, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht. Dies könne jedoch nicht als Argument dienen, keinen Sport zu treiben, betont Bernstein.
Forschung: Leslie Bernstein, Giske Ursin, Jane Sullivan-Halley, Michael F. Press und Dennis Deapen, Department of Preventive Medicine und Department of Pathology, Keck School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles; und andere
Veröffentlicht in Journal of the National Cancer Institute, Vol. 97(22), pp 1671-9, DOI 10.1093/jnci/dji374
WWW:
Preventive Medicine, University of Southern California
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