21.11.2005, 11:05 Uhr
Kleine Babys bei Luftverschmutzung
Luftschadstoffe wirken sich auch auf jene aus, die selbst noch keine Luft einatmen. Amerikanische Forscher haben ermittelt, dass das Geburtsgewicht von Kindern umso niedriger ausfällt, je mehr Ozon und Kohlenmonoxid die Mütter ausgesetzt waren. Ihre Resultate präsentiert die Gruppe im Fachblatt "Environmental Health Perspectives".
Vermutlich störten die beiden Substanzen die Durchblutung der Plazenta bzw. den Sauerstofftransport in den roten Blutkörperchen und damit die Versorgung des Ungeborenen, erklärt Frank Gilliland von der University of Southern California in Los Angeles. Folge seien langfristige Effekte auf Gesundheit und Entwicklung der Kinder. "Fötales Wachstum und Geburtsgewicht stehen im klaren Zusammenhang mit Krankheitsanfälligkeit und Sterblichkeit im Kindes- und Jugendalter", so der Mediziner.
Gilliland und Kollegen analysierten Daten von 3.901 Kindern, die in den Jahren 1975-87 in Kalifornien geboren worden waren und an der Children's Health Study teilgenommen hatten. Im Rahmen dieser Studie wurden unter anderem Angaben zum Wohnsitz der Mutter mit Karten der Luftverschmutzung kombiniert, um Rückschlüsse über den Einfluss von Luftschadstoffen auf Wachstum und Entwicklung der Kinder ziehen zu können.
Stieg die mittlere tägliche Ozon-Konzentration, der die Mutter über die gesamte Schwangerschaftsdauer ausgesetzt war, um 24 Mikrogramm pro Kubikmeter (12 ppb), sank das Geburtsgewicht ihres Kindes im Schnitt um 47 Gramm, ermittelten die Forscher. Mit jedem Anstieg der Kohlenmonoxid-Konzentration um rund 1,6 Milligramm pro Kubikmeter (1,4 ppm) sank das Geburtsgewicht um etwa 22 Gramm. Zudem erhöhten beide Schadstoffe das Risiko einer intrauterinen Wachstumsretardierung, eines stark gebremsten Wachstums des Fötus.
Forschung: Muhammad T. Salam und Frank D. Gilliland, Department of Preventive Medicine, University of Southern California, Keck School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles; und andere
Veröffentlicht in Environmental Health Perspectives, Vol. 113(11), pp 1638-44, DOI 10.1289/ehp.8111
WWW:
Preventive Medicine, University of Southern California
The Children's Health Study
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