21.11.2005, 12:05 Uhr
Geschenke steigern Spendenbereitschaft
Wenn Hilfsorganisationen ihren Spendendaufrufen kleine Geschenke beilegen, steigt das Spendenaufkommen deutlich. Das zeigt das Feldexperiment eines Bonner Wirtschaftswissenschaftlers. Schon eine schlichte Postkarte lässt die Empfänger eines Aufrufs häufiger und mehr geben.
"Offenbar fühlen sich die Spender verpflichtet, den Wert des erhaltenen Geschenks zurückzuzahlen", erklärt Armin Falk vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit an der Universität Bonn. "Die Resultate bestätigen, dass die meisten Menschen nicht eigennützig, sondern reziprok handeln. Das heißt, sie belohnen freundliches oder faires Verhalten, auch wenn das für sie mit Kosten verbunden ist."
Falk führte sein Experiment zur Motivation potenzieller Spender gemeinsam mit einer internationalen Hilfsorganisation durch. Die Organisation versandte im Schweizer Kanton Zürich rund 10.000 Spendenaufrufe, denen entweder kein Geschenk beilag oder aber ein kleines bzw. ein großes Geschenk in Form von einer bzw. vier Postkarten samt Umschlägen.
Schon durch das kleine Geschenk ließen sich 17 Prozent mehr Empfänger zum Spenden bewegen, das große Geschenk erhöhte ihre Zahl sogar um 75 Prozent. Letztlich gaben die Empfänger dieser Aufrufe 17.584 bzw. 26.518 Euro, die Empfänger der Aufrufe ohne Geschenk dagegen 16.006 Euro. Allerdings könnte sich der Effekt wieder aufheben, wenn nun alle Hilfsorganisationen mit Geschenken arbeiteten, gibt Falk zu bedenken.
Forschung: Armin Falk, Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit und Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Universität Bonn
WWW:
Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit
Deutsches Zentralinsitut für soziale Fragen
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