17.1.2006, 11:58 Uhr
Lachen macht die Blutgefäße munter
Lachen ist die beste Medizin, weiß der Volksmund. Dass er damit nicht ganz falsch liegt, bestätigen neue Versuche amerikanischer Mediziner. Hatten sich ihre Probanden über lustige Filmszenen amüsiert, reagierten ihre Blutgefäße deutlich flexibler auf eine veränderte Durchblutung.
Umgekehrt sank die Reaktivität der Arterien nach dem Betrachten bedrückender Filmausschnitte, berichten die Forscher um Michael Miller von der University of Maryland, Baltimore, im Fachblatt "Heart". Offenbar werde die regulierende Funktion der inneren Auskleidung der Blutgefäße, des Endothels, durch Emotionen beeinflusst.
Miller und Kollegen studierten 20 junge Erwachsene, die allesamt Nichtraucher waren und in den zwölf Stunden vor Versuchsbeginn weder Alkohol noch Nahrungsergänzungsmittel genommen und auch keinen Sport getrieben hatten. Nachdem es sich die Teilnehmer auf einer Liege gemütlich gemacht hatten, wurde ihnen mit einer Blutdruckmanschette einige Minuten lang die Oberarmarterie abgedrückt. Per Ultraschall verfolgten die Mediziner, wie stark sich die Arterie nach dem Lösen der Manschette weitete.
Diese Messung wurde wiederholt, nachdem die Teilnehmer Ausschnitte aus "Verrückt nach Mary" oder "Der Soldat James Ryan" gesehen hatten. Nach den lustigen Filmszenen reagierten die Oberarmarterien im Schnitt 22 Prozent stärker, nach den bedrückenden Szenen dagegen 35 Prozent schwächer als bei den Kontrollmessungen. Ähnlich starke Veränderungen seien nach sportlicher Betätigung bzw. nach Episoden von psychischem Stress beobachtet worden, so die Mediziner. Der Wirkmechanismus sei noch unklar.
Forschung: Michael Miller, Center for Preventive Cardiology, University of Maryland Medical Center, Baltimore; und andere
Veröffentlicht in Heart, Vol. 92, pp 261-2, DOI 10.1136/hrt.2005.061424
WWW:
School of Medicine, University of Maryland
Bau der Arterien
Internet Movie Database
Blutgefäße sind "Morgenmuffel"
Lachen beeinflusst räumliches Sehen
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