19.12.2005, 19:24 Uhr
Gelungenes Comeback für Wildpferd

Die Bemühungen um Zucht und Wiederauswilderung der letzten Wildpferde sind von Erfolg gekrönt. Eine internationale Zoologengruppe hat jetzt vorgeschlagen, den Status des Przewalski-Pferds in der internationalen Roten Liste herabzustufen - von "in freier Natur ausgestorben" auf "stark gefährdet".

Das Przewalski-Pferd (Equus ferus ssp. przewalskii) gilt als urtümlicher Verwandter des Hauspferdes. Erst im Jahr 1879 war die in den zentralasiatischen Steppen lebende Art wissenschaftlich beschrieben worden, kaum einhundert Jahre wurde zum letzten Mal ein Exemplar in freier Wildbahn gesichtet. In Gefangenschaft lebten zu diesem Zeitpunkt nur noch zwölf Tiere, bei denen es sich nicht um Kreuzungen mit dem Hauspferd handelte.

Ausgehend von diesen Grundstock, stieg die Zahl der in Gefangenschaft lebenden Tiere bis Anfang der 90er-Jahre auf etwa 1.500, sodass mit der Wiederansiedlung der Art in der Mongolei begonnen wurde. Auf einer von der Zoological Society of London ausgerichteten Tagung erörterten nun 60 Experten den Erfolg dieser Maßnahmen.

"Es wurde befürchtet, die Tiere seien nach 13 Generationen in Gefangenschaft nicht mehr überlebensfähig in der freien Natur", erklärt Nick Lindsay, einer der beteiligten Forscher, "des ungeachtet gibt es nun wieder 248 wild lebende Przewalski-Pferde." Offenbar hätten sich die ausgewilderten Tiere gut an die harschen Bedingungen in ihrem angestammten Steppenlebensraum angepasst.


Forschung: Jonathan Baillie und Nick Lindsay, Institute of Zoology, Zoological Society of London; und andere

WWW:
Zoological Society of London
IUCN-World Conservation Union
- IUCN Red List
- Przewalski's Horse
Kategorien der Roten Listen
Vollblüter gehen auf einzigen Hengst zurück

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