29.12.2005, 7:33 Uhr
Meteoroiden-Einschlag auf dem Mond beobachtet
Seltenes Beobachtungsglück hatte ein amerikanischer Astronom: Seine Anfang November angefertigten Videoaufnahmen zeigen einen Lichtblitz auf der Mondoberfläche, der vermutlich auf den Einschlag eines kleinen Meteoriten zurückgeht.
Robert Suggs vom Marshall Space Flight Center der NASA in Huntsville, Alabama, beobachtete das Phänomen nordwestlich des Mare Imbrium, eines großen, dunkel gefärbten Terrains auf der Nordhalbkugel des Erdtrabanten. Die nachfolgende Analyse des Videobands ergab, dass der Lichtblitz im Laufe von fünf Einzelbildern, entsprechend einer sechstel Sekunde, allmählich verblasste.
Wäre ein Satellit in der Erdumlaufbahn die Quelle des Lichtblitzes gewesen, hätte man selbst in diesem kurzen Zeitraum eine Bewegung feststellen müssen, so Suggs. Der beobachtete Blitz habe seine Position jedoch nicht verändert. Ausgehend von der Helligkeit des Phänomens schätzen Suggs und sein Kollege Bill Cooke, dass der Einschlagkörper etwa handtellergroß war. Vermutlich Teil des Meteoritenstroms der Tauriden, dürfte das Objekt mit etwa 100.000 Kilometern pro Stunde eingeschlagen sein und dabei einen gut drei Meter weiten Krater erzeugt haben.
Solche Einschläge seien nicht ungewöhnlich, so die NASA in einer Mitteilung, würden jedoch höchst selten auf Film gebannt. Erstmals zweifelsfrei gelungen war dies im Jahr 1999. Zwar hatte die Weltraumbehörde kürzlich verkündet, ein 1953 fotografierter Lichtblitz habe einem kleinen Mondkrater zugeordnet werden können. Dann stellte sich jedoch heraus, dass der Krater bereits vor dem vermeintlichen Einschlag existiert hatte.
Forschung: Robert Suggs und Bill Cooke, NASA Marshall Space Flight Center, Huntsville, Alabama
WWW:
Space Environments & Effects Program, MSFC
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