27.12.2005, 18:55 Uhr
Invasion der Asiatischen Marienkäfer
Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis), auch als Harlekin-Marienkäfer bekannt, droht einheimische europäische Verwandte zu verdrängen. In Großbritannien stehen drei Arte von Marienkäfern vor dem Aussterben, warnen Naturschützer.
Der Harlekin-Marienkäfer war ursprünglich nur im südost-asiatischen Raum zu Hause. Er ist größer als europäische Arten und mit insgesamt 19 schwarzen Flecken auch deutlicher gepunktet. In Großbritannien wurde er vor zwei Jahren erstmals gefunden. Mit seinem großen Hunger macht er heimischen Arten das Futter streitig.
Nach Angaben des "Invertebrate Conservation Trust" sind der Siebenpunkt-, der Zweipunkt- sowie der seltene Fünfpunkt-Marienkäfer in ihrer Existenz gefährdet. Zudem könnten die asiatischen Käfer zur Plage für die Landwirtschaft werden, weil sie Schäden an Getreide und Früchten anrichteten.
Foto: Erdem/Photocase.com
"Die Bezeichnung 'Harlekin' klingt lustig, aber mit diesem Tier ist nicht zu spaßen", sagte der Ökologe Matt Shardlow gegenüber der BBC. "Der Käfer bringt eine ganze Reihe Probleme mit sich. Er schlägt viele einheimische Insekten aus dem Feld, indem er sie frisst." Sein Appetit auf Blattläuse sei so groß, dass für einheimische Marienkäfer kaum etwas übrig bleibe. Der "Invertebrate Conservation Trust" hat jetzt die Bevölkerung aufgerufen, das Auftreten der Käfer zu melden, um einen Überblick zu ihrer Verbreitung zu bekommen.
In die USA wurde der Harlekin-Marienkäfer Ende des 20. Jahrhunderts eingeschleppt, in Deutschland trat er erstmals vor etwa fünf Jahren in Massen auf. "Noch ist offen, wie die heimischen Marienkäferarten auf den Fremdling reagieren", meint die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft.
Forschung: Invertebrate Conservation Trust
Asiatischer Marienkäfer
| [Zurück] | |

