6.12.2005, 19:01 Uhr
Neue Rekordschäden durch extremes Wetter
Die wirtschaftlichen Verluste durch wetterbedingte Naturkatastrophen haben im Jahr 2005 neue Rekordwerte erreicht. Eine entsprechende Schätzung präsentierten Münchner Experten jetzt auf der UN-Klimakonferenz im kanadischen Montréal. Im laufenden Jahr dürften extreme Wetterlagen demnach Schäden in Höhe von über 200 Milliarden US-Dollar verursachen, die entsprechenden Versicherungsverluste dürften sich auf mehr als 70 Milliarden Dollar belaufen.
Die Ursachen für die neuen Rekordschäden sehen Thomas Loster und seine Kollegen von der Münchener Rück Stiftung unter anderem in der bislang höchsten Zahl erfasster Wirbelstürme seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Gleichzeitig verweisen sie auf jüngste Studien, denen zufolge die Zerstörungskraft der Stürme seit den 70er-Jahren deutlich gestiegen ist.
Allein auf Hurrikan Wilma, der im Oktober über die mexikanische Halbinsel Yucatán und das Ferienparadies Cozumel hinwegzog, dürften Verluste in Höhe von 15 Milliarden Euro zurückgehen. Hurrikan Katrina dürfte auf seinem Weg, der ihn unter anderem über New Orleans führte, sogar Schäden in Höhe von 125 Milliarden Dollar verursacht haben.
Erst im letzten Jahr hatten die Experten wetterbedingte Rekordschäden in Höhe von 145 Milliarden Dollar registriert, der versicherte Betrag lag bei etwa 45 Milliarden Dollar. "Diese Zahlen liefern starke Hinweise darauf, dass wir uns immer weniger mit Vorhersagen über die möglichen Folgen des Klimawandels beschäftigen müssen als mit Belegen dafür, dass er bereits im vollen Gange ist", so Loster. Offenbar erhöhe der menschliche Einfluss auf das Klima die Anfälligkeit des Menschen für Naturkatastrophen aufgrund extremen Wetters.
Die Forscher sehen weitere Hinweise auf eine Entwicklung zu immer extremeren Wetterlagen. So war Wilma der stärkste jemals beobachtete Hurrikan, während im Oktober erstmals ein Hurrikan auf eine europäische Küste traf. Auch neue Rekordniederschläge wurden gemessen: Nahe der indischen Stadt Mumbai gingen binnen 24 Stunden pro Quadratmeter 944 Liter Regen nieder.
Forschung: Münchener Rück Stiftung, München
WWW:
UN Climate Change Conference, Montréal
Münchener Rück Stiftung
Zerstörungskraft von Wirbelstürmen gestiegen
Rekordschäden durch extremes Wetter
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