29.11.2005, 11:19 Uhr
Die Fontänen des Enceladus

Dampfende Schneebälle dürften auf der Erde eher selten sein. Ganz anders der Saturnmond Enceladus, belegen neue Bilder der Sonde Cassini. Aufgenommen im Gegenlicht, zeigen sie feine Ströme von Eispartikeln und Wasserdampf, die der eisige Mond ins All schickt.

Enceladus ist kaum 500 Kilometer groß und scheint überwiegend aus Wassereis zu bestehen. Doch schon bei ihren ersten Vorbeiflügen hatte Cassini entdeckt, dass der Mond alles andere als leblos ist. Vielmehr scheint laufend relativ warmes Material aus dem Innern Enceladus' zu quellen und - da es die geringe Schwerkraft nicht zu halten vermag - zum Erhalt eines der Saturnringe beizutragen.

Aufnahme: Enceladus als schmale, helle Sichel, von der feine 'Striemen' ausgehen

Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

Die am letzten Wochenende aufgenommenen Bilder bestätigen die Vorstellung von einer aktiven Welt: Enceladus war zum Zeitpunkt der Aufnahme etwa 170.000 Kilometer von Cassini entfernt und lag fast genau auf der Sichtlinie zwischen Sonde und Sonne. Auf den Bildern erscheint er daher als schmale Sichel. Von seiner hell erleuchteten Südpolregion gehen mehrere Materialströme aus, die von einem feinen "Dunstschleier" umgeben sind.

Dank seiner jungen Eisoberfläche reflektiert Enceladus etwa 90 Prozent des einfallenden Lichts und zählt damit zu den hellsten Objekten im Sonnensystem. Unklar ist allerdings, warum ständig neues Material aus seinem Innern zur Oberfläche gelangt. Zwar wird der Mond von der Schwerkraft des Saturn und anderer Saturnmonde durchgewalkt. Die dabei produzierte Wärme dürfte jedoch nicht ausreichen, um reinen Wassereis-Vulkanismus anzutreiben. Einige Forscher vermuten daher, dass weitere Verbindungen wie Ammoniak den Gefrierpunkt des Eises senken.


Forschung: Cassini Imaging Central Laboratory for Operations (CICLOPS), Space Science Institute, Boulder, Colorado

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Cassini findet Staub bei Enceladus
Saturnmond Enceladus besitzt eine Atmosphäre

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