30.11.2005, 18:42 Uhr
Mars: Viel Eis in zwei Kilometern Tiefe
Unter der Marsoberfläche liegen größere Mengen Wassereis. Das zeigen neue Daten des Tiefenradars MARSIS an Bord des "Mars Express". In der Region Chryse Planitia sowie am Nordpol sollen Eisflächen liegen.
Über einige Sommerwochen hinweg hatte MARSIS die Nächte genutzt, um in Chryse Planitia die verschüttete Oberfläche eines Einschlagkraters zu untersuchen. Das Radar schickte Signale auf die Marsoberfläche und wertete Reflexionen aus mehreren Kilometern Tiefe aus. Weil es für derartige Experimente praktisch keine Vergleichswerte gibt, sind die Forscher mit Interpretationen ihrer Messdaten noch vorsichtig.
Fest steht, dass in der Region Chryse Planitia in 1,5 bis 2,5 Kilometer Tiefe eine Fläche von rund 250 Kilometer Durchmesser liegt, durch die das MARSIS-Signal schneller dringt als durch umliegendes Gestein. Das berichteten die Forscher heute auf einer Pressekonferenz in der ESA-Zentrale in Paris. Vermutlich handle es sich um Wassereis oder zumindest Gestein mit großen Eis-Einschlüssen, so die Forscher um William Johnson und Jeffrey Plaut vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena.
Am Nordpol soll das Eis in rund 1,8 Kilometer Tiefe liegen. Die vermutlich ein Kilometer dicke Schicht ruht auf Regolith. MARSIS konnte die Region aber bisher nur dreimal abtasten. Die Daten lassen sich nur sammelt, wenn die Sonde der Oberfläche sehr nahe kommt und die obere Atmosphäre des Mars dabei nicht von der Sonne bestrahlt wird. Die Bedingungen sind von sofort an bis Mai 2006 wieder so günstig, dass die MARSIS-Forscher auf viele ergänzende Daten ihres Messgerätes hoffen.
Forschung: G. Picardi, D. Biccari, M. Cartacci, A. Cicchetti, R. Seu (University of Rome, 'La Sapienza'); J.J. Plaut, A.B. Ivanov, W.T.K. Johnson, R.L. Jordan, A. Safaeinili (NASA/JPL, Pasadena, USA); u.a.; Veröffentlichung in "Science", Ausgabe vom 2.12.2005
ESA-Infos zum Fund
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