10.11.2005, 20:23 Uhr
Bodensalze könnten Marswasser flüssig halten

Flüssiges Wasser könnte auf dem Mars weniger selten sein als gemeinhin angenommen. Experimenten eines amerikanischen Forscherduos zufolge, bleibt Wasser selbst unter den frostigen Bedingungen der Marsatmosphäre relativ lange flüssig - ausreichend Salz vorausgesetzt.

"Die Bildung einer Salzlake könnte die Stabilität von Wasser auf dem Mars beträchtlich erhöhen", schreiben Julie Chittenden und Derek Sears von der University of Arkansas, Fayetteville, in einem Artikel, der demnächst im Fachblatt "Geophysical Research Letters" veröffentlicht wird. Die gelösten Mineralien könnten den Gefrierpunkt auf bis zu minus 40 Grad Celsius senken und gleichzeitig die Verdunstungsrate um den Faktor 100 reduzieren.

Erst kürzlich hatte eine andere Forschergruppe Resultate von Modellrechnungen präsentiert, denen zufolge die zahlreichen Abflussrinnen und Kanäle auf dem Mars auch heute noch durch flüssiges Wasser entstehen könnten. Chittenden und Sears machten nun die Probe aufs Exempel: Das Duo stellte wässrige Mineralsalzlösungen her, wie sie im Marsboden vorliegen könnten, und setzte sie in einer Versuchskammer einer Kohlendioxid-Atmosphäre mit Drücken von lediglich 7 Millibar und Temperaturen weit unter dem Nullpunkt aus.

"Die Verdunstungsrate sinkt mit der Temperatur - und zwar stärker, als irgendjemand bislang vermutet hat", fasst Chittenden die Beobachtungen zusammen. Umgekehrt seien Lösungen von Calciumchlorid erst bei minus 50 Grad Celsius gefroren. Bisherige Versuche seien dagegen nur mit reinem Wasser und bei relativ hohen Drücken durchgeführt worden, so die Forscherin.


Forschung: Julie Chittenden und Derek Sears, Arkansas Center for Space and Planetary Sciences, University of Arkansas, Fayetteville

Veröffentlichung in Geophysical Research Letters

WWW:
Arkansas Center for Space and Planetary Sciences
Phasendiagramm von Wasser
Zähes Mars-Wasser

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