8.11.2005, 12:53 Uhr
Besser Autofahren dank Östrogen?
Mehrere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Frauen sicherer fahren als Männer. Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen präsentieren englische Pharmakologinnen jetzt auf einer Fachtagung in London: Frauen scheint es besonders leicht zu fallen, Regeln zu erkennen.
"Unsere Studie demonstriert, dass bei Aufgaben, die geistige Flexibilität erfordern, Frauen gegenüber Männern im Vorteil sind", erklärt Amarylis Fox von der University of Bradford. "Autofahren könnte ein gutes Beispiel dafür sein, wie sich dies im Alltag auswirkt." Möglicherweise lieferten die neuen Resultate aber auch eine Erklärung dafür, warum sich Mädchen in der Schule besser konzentrieren könnten als Jungen.
Fox und ihre Kolleginnen ließen 43 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren eine Reihe psychologischer Tests absolvieren. Die Frauen brillierten bei einem Test, bei dem es zu erkennen gilt, nach welchem Kriterium eine Spielkarte anderen Spielkarten zugeordnet wird. Sobald die Zuordnungsregel erkannt ist, wird sie allerdings wieder geändert. Auf diese Weise wird ermittelt, wie gut eine Person Regeln erkennt und wie flexibel sie auf Änderungen dieser Regeln reagiert.
Die Ursache für die guten Testresultate der Frauen vermutet Fox in den weiblichen Geschlechtshormonen. "Möglicherweise haben Östrogene einen positiven Einfluss auf die Nervenaktivität im Stirnlappen des Großhirns - jener Region, die durch Aufmerksamkeits- und Regelerkennungs-Aufgaben stimuliert wird." Die Forscherin und ihre Kolleginnen wollen nun untersuchen, ob und wie die Testresultate im Laufe des weiblichen Zyklus schwanken.
Forschung: Amarylis Fox, Kay M. Marshall und Joanna C. Neill, School of Pharmacy, University of Bradford, Bradford
Präsentation auf dem 196th Meeting of the Society for Endocrinology, London
WWW:
Pharmacy, University of Bradford
Statistisches Bundesamt
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