6.11.2005, 12:36 Uhr
Ultraschall lässt Tumoren hungern
Ultraschall könnte nicht nur beim Aufspüren, sondern auch bei der Bekämpfung von Krebs helfen. Darauf deutet eine Studie amerikanischer Tiermediziner und Mediziner hin. Bestrahlten sie Tumoren in der Haut von Mäusen einige Minuten lang mit Ultraschall, wurden die Geschwülste von der Blutversorgung abgeschnitten.
Die Forscher um Chandra Sehgal von der University of Pennsylvania in Philadelphia setzten dazu Ultraschall mit einer mittleren Leistung von 2,3 Watt pro Quadratzentimeter ein. Diese Intensität "ist höher als die bei der bildgebenden Untersuchung eingesetzte, jedoch sehr viel niedriger als diejenige, die zum Abtragen von Gewebe genutzt wird", erläutert der Mediziner. Dennoch reiche sie offenbar aus, um feine Blutgefäße im Tumor zu zerstören.
Vor der Behandlung waren etwa 7 Prozent des Tumorgewebes nicht durchblutet, berichten Sehgal und Kollegen im Fachblatt "Ultrasound in Medicine and Biology". Nach einer dreiminütigen Ultraschall-Bestrahlung lag dieser Wert bei 82 Prozent. Der Effekt hielt etwa 24 Stunden an - genug, um einen Teil der Tumorzellen absterben lassen, zeigten Gewebeuntersuchungen.
"Diese Resultate sind sehr ermutigend", erklärt Sehgal. "Sie lassen es denkbar erscheinen, dass wir Krebs in Zukunft durch Ultraschall allein oder in Kombination mit Chemotherapeutika und gegen Blutgefäße gerichteten Wirkstoffen behandeln können."
Forschung: Andrew K.W. Wood und Chandra M. Sehgal, Department of Clinical Studies, School of Veterinary Medicine, und Department of Radiology, Medical Center, University of Pennsylvania, Philadelphia; und andere
Veröffentlicht in Ultrasound in Medicine and Biology, Vol. 31(10), pp 1403-10, DOI 10.1016/j.ultrasmedbio.2005.06.008
WWW:
Ultrasound Research Laboratory, U Pennsylvania
Krebsinformationsdienst, DKFZ
- Ultraschalluntersuchung
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