11.11.2005, 10:49 Uhr
Ein Lemur für John Cleese
Eine Ehrung der besonderen Art ist John Cleese widerfahren, dem Kopf der legendären britischen Komikertruppe Monty Python. Zwei Schweizer Anthropologen haben eine neue Lemurenart nach dem Schauspieler, Autor und Produzenten benannt. Damit "bedanken" sie sich für dessen Filme, in denen immer wieder auch Lemuren auftreten.
Der neue Lemur trägt den Namen Cleeses Wollmaki (Avahi cleese) und lebt auf Madagaskar in kleinen Familiengruppen. Die Tiere bringen etwa ein Kilogramm auf die Waage und sind hauptsächlich nachts unterwegs, um Blätter und Knospen zu fressen. Urs Thalmann und Thomas Geissmann von der Universität Zürich beschreiben die Art im "American Journal of Primatology".
Foto: Universität Zürich
Bereits 1990 hatten Thalmann und Kollegen die neue Art auf einer Expedition im Nationalpark Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars gesichtet. Weitere Untersuchungen scheiterten an Tropenkrankheiten, Viehdieben und auch an der zeitweise unsicheren politischen Lage in dem Inselstaat. Schließlich entschieden sich Thalmann und Geissmann dafür, die Art auf Basis von Haaren sowie Bild- und Tonaufnahmen zu beschreiben.
Lemuren kommen ursprünglich nur auf Madagaskar vor und haben sich dort - mangels Konkurrenz - zu einer spektakulären Vielfalt entwickelt. Das Schicksal der "Halbaffen" steht jedoch unter keinem guten Stern, seit Menschen die Insel besiedelten und die dortigen Wälder in immer rascherem Tempo abholzen. Zahlreiche Arten wie etwa die gorillagroßen Riesenlemuren sind bereits vor geraumer Zeit ausgestorben.
Forschung: Urs Thalmann und Thomas Geissmann, Anthropologisches Institut und Museum, Universität Zürich
Veröffentlicht in American Journal of Primatology, Vol. 67(3), November 2005
WWW:
Anthropologisches Institut und Museum, Universität Zürich
Tsingy de Bemaraha
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