9.11.2005, 8:15 Uhr
Venus Express gestartet

Die europäische Sonde Venus Express ist auf dem Weg zum zweitinnersten Planeten des Sonnensystems. Praktisch ein Kopie des erfolgreichen Mars Express, soll die Sonde die Venus im April erreichen und helfen, die geradezu höllischen Bedingungen auf der von dichten Wolkenschleiern verhüllten Welt zu verstehen.

Foto: Start der Trägerrakete mit Venus ExpressDer Start erfolgte um 4:33 Uhr Mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur mit einer Sojus-Trägerrakete. Neun bzw. 91 Minuten später brachten zwei Triebwerkszündungen Venus Express zunächst in eine Park-Umlaufbahn um die Erde und dann auf die Route zur Venus. Mittlerweile konnte das europäische Kontrollzentrum für Weltraummissionen in Darmstadt den Kontakt zu der Sonde herstellen.

Nach einer Reise von 350 Millionen Kilometern ins innere Sonnensystem soll Venus Express eine regelrechte Vollbremsung absolvieren, in eine polare Umlaufbahn um den "Morgenstern" einschwenken und diesen mindestens zwei Venustage (486 Erdtage) lang erforschen. Unter anderem soll die Sonde durch ein erst kürzlich entdecktes Infrarotfenster in der Atmosphäre des Planeten spähen und erkunden, warum die Atmosphäre den Planeten aufgrund ihrer raschen Rotation alle vier Tage überholt.

Besonders interessant für die beteiligten Planetenforscher ist die Chemie der rätselhaften Welt: Die Nähe zur Sonne einerseits und der starke Treibhauseffekt der dichten Atmosphäre andererseits lassen die Temperaturen auf der Venus auf bis zu 460 Grad Celsius steigen. Daher könnte es auf der Venus statt Wasser Metallverbindungen regnen bzw. schneien.

Foto: ESA / STARSEM-S. CORVAJA


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