11.2.2006, 17:52 Uhr
Bequeme Schokolade schwindet schneller
Versuchung ist aller Laster Anfang - zumindest was Schokolade angeht. Das bestätigt ein Experiment amerikanischer Wissenschaftler. Büroangestellte vertilgen während der Arbeit deutlich mehr Pralinen, wenn diese gut sichtbar und in Griffweite auf ihrem Schreibtisch stehen.
"Interessanterweise fanden wir, dass praktisch alle Teilnehmerinnen ihren Pralinen-Verzehr unterschätzten, wenn die Schale auf ihrem Tisch stand", erläutert Brian Wansink von der Cornell University in Ithaca. Umgekehrt hätten sie ihren Konsum überschätzt, wenn die Süßigkeiten in einigem Abstand gestanden hätten, berichten der Forscher und seine Kollegen im "International Journal of Obesity".
Wansink und seine Kollegen schenkten 40 weiblichen Universitätsangestellten Schalen mit je 30 Pralinen. Aus durchsichtigem bzw. blickdichtem Material bestehend, wurden die Schalen entweder auf den Schreibtischen der Teilnehmerinnen oder in etwa zwei Metern Entfernung platziert. Allabendlich zählten die Forscher, wie viele Pralinen im Laufe des Tages verschwunden waren.
Standen die Pralinen auf dem Schreibtisch, langten die Teilnehmerinnen täglich im Schnitt 7,7 bzw. 5,6 Mal zu, wenn die Schale transparent oder undurchsichtig war. Die Werte sanken auf 5,6 bzw. 3,1 Pralinen, wenn die Teilnehmerinnen zum Naschen aufstehen mussten. Nach Ansicht Wansinks kann dieser Effekt durchaus nutzbringend eingesetzt werden: "Was die Süßigkeiten in Griffweite so bedenklich macht, könnte der Obstschale einen neuen Frühling bescheren."
Forschung: Brian Wansink, Food and Brand Laboratory, Department of Apllied Economics & Management, Cornell University, Ithaca, New York; und andere
Vorab-Veröffentlichung International Journal of Obesity, DOI 10.1038/sj.ijo.0803217
WWW:
Food Psychology, Brian Wansink
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