9.2.2006, 20:00 Uhr
Sahara: Uralte Sandflut

Die Wüste Sahara und üppige Vegetation haben sich im nördlichen Afrika mehrmals abgewechselt. Im Fachblatt "Science" präsentieren französische Forscher nun die ältesten Belege für dieses Kommen und Gehen. Im Norden des Tschad fanden sie mindestens sieben Millionen Jahre alte Spuren von Wanderdünen.

Das jüngste Anfluten des "Meeres ohne Wasser" setzte vor rund 6.000 Jahren ein. In Mauretanien und Tunesien seien Belege für ähnliche Trockenperioden vor rund 25.000 bzw. 86.000 Jahren gefunden worden, schreiben die Forscher um Mathieu Schuster von der Université Bretagne Occidentale, Plouzané. Für frühere Phasen seien bislang nur indirekte Hinweise bekannt gewesen.

Vor einiger Zeit hatten die Forscher in der Djurab-Wüste im Tschad uralte Dünenablagerungen entdeckt. Dabei handelt es sich um schräg geschichteten Sandstein, in dem sich relativ grob- und feinkörnige Schichten abwechseln. Der Sandstein wechselt sich wiederum mit versteinerten Seesedimenten ab. In einem Fall liegt er unter einer fossilienreichen Gesteinsschicht, in der der früheste bekannte Hominid entdeckt worden war und die auf ein Alter von sieben Millionen Jahren datiert wird.

Gebildet auf der Leeseite der Dünen, gibt die Orientierung der Sandsteinschichten Auskunft über die vorherrschende Windrichtung zu jener Zeit. Vor Millionen Jahren wehte in dem Gebiet demnach der trockene Nordost-Passat - wie auch heute. Vermutliche Ursache der "Gezeiten der Sahara" sind regelmäßige Schwankungen in der Orientierung der Erdachse und der Form der Erdbahn.


Forschung: Mathieu Schuster, Institut Universitaire Européen de la Mer, Université Bretagne Occidentale, Plouzané, und Centre Géochimie de la Surface, Ecole et Observatoire de Sciences de la Terre, Université Louis Pasteur, Strasbourg; Michel Brunet, Laboratoire de Géobiologie, Biochronologie et Paléontologie Humaine, Université de Poitiers; und andere

Veröffentlichung Science, Vol. 311, 10. Februar 2006, p 821, DOI 10.1126/science.1120161

WWW:
Institut Universitaire Européen de la Mer
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