7.2.2006, 13:31 Uhr
Neue Arten im biologischen "Paradies"
Dutzende neuer Arten hat eine amerikanisch-indonesische Expedition auf Neuguinea entdeckt. Im nebelverhangenen Foja-Gebirge im Nordwesten der Insel stießen die Forscher neben einer Vielzahl neuer Frosch-, Schmetterlings- und Pflanzenarten auch auf eine neue Vogelart.
"Wenn es auf der Erde noch so etwas wie einen Garten Eden gibt, dann hier", schwärmt Bruce Beehler von der Naturschutzorganisation Conservation International. "Der erste Vogel, den wir bei unserem Lager entdeckten, gehörte zu einer neuen Art."
Die von der Naturschutzorganisation und von der Indonesischen Wissenschaftsbehörde LIPI ausgerichtete Expedition war im Dezember letzten Jahres aufgebrochen. In dem von schätzungsweise 300.000 Hektar nahezu unberührten Urwalds bedeckten Gebiet fanden die Forscher ein wahres Füllhorn neuer oder extrem seltener Arten, von denen sich einige als erstaunlich zutraulich entpuppten.
"Große Säuger, die andernorts bis zur Auslöschung bejagt worden sind, leben hier in großer Zahl", so Beehler weiter. Die Gruppe habe erstmals das Goldmantel-Baumkänguru (Dendrolagus pulcherrimus) im indonesischen Westteil Neuguineas nachweisen können und auch die ersten Fotos eines männlichen Berlepsch-Paradiesvogels (Parotia berlepschi) beim Werben um ein Weibchen schießen können.
Die neu entdeckte Vogelart gehört zur Familie der Honigfresser (Meliphagidae). Die Tiere tragen einen hellen, orangefarbenen Fleck im Gesicht und Hautlappen unter den Augen. Weitere Neuheiten sind die mit rund 15 Zentimetern Durchmesser möglicherweise größten Rhododendronblüten der Welt sowie über 20 neue Froscharten und vier neue Schmetterlingsarten.
Forschung: Conservation International, Washington, D.C.; Lembaga Ilmu Pengetahuan Indonesia (LIPI), Jakarta
WWW:
Conservation International
Indonesian Institute of Sciences
Birds of Paradise
Tree Kangaroos
Honigfresser
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