24.5.2005, 11:29 Uhr
Cassini durchleuchtet Saturnringe

Die detaillierteste Erkundung der Saturnringe hat die Raumsonde Cassini vorgenommen. Indem die Sonde Radiowellen durch die Ringe gen Erde schickte, zeichnete die Abschwächung ihrer Signale ein präzises Bild des Ringmaterials. Laut Mitteilung des Jet Propulsion Laboratory konnte dabei auch erstmals der B-Ring "durchleuchtet" werden, die optisch dichteste Komponente des Ringsystems.

"Die Struktur dieser großartigen Ringe ist etwas, was man einfach gesehen haben muss", begeistert sich Essam Marouf von der San Jose State University in Kalifornien, einer der an dem Experiment beteiligten Wissenschaftler. "Offenbar enthalten sämtliche Ringe Partikel unterschiedlichster Kaliber." Die Häufigkeit dieser wenige Zentimeter bis viele Meter großen Teilchen sei in den einzelnen Ringen jedoch höchst unterschiedlich.

Grafik: Aus den Okkultationsdaten berechnete Ansicht der Saturnringe

Aus den Okkultationsdaten berechnete Ansicht der Saturnringe. Grafik: NASA/JPL

Saturns Ringe erstrecken sich über 400.000 Kilometer weit ins All, weiter als die Bahn des Mondes um die Erde. Die Herkunft der drei großen Hauptringe und zahlreichen kleineren Ringe ist jedoch rätselhaft. Auf ihrer Reise durch das Saturnsystem gelangte Cassini nun - von der Erde aus gesehen - hinter die Ringe. Dabei sandte sie Radiosignale mit Wellenlängen von 0,94, 3,6, and 13 Zentimetern aus. Je nach Partikelgröße und Dichte des Materials wurden diese Radiowellen unterschiedlich stark von den Ringen verschluckt, sodass irdische Empfangsstationen ein Auf und Ab der Signalintensität registrierten.

Der gut 26.000 Kilometer breite B-Ring, vom Saturn aus gezählt der dritte Ring, enthält demnach einen etwa 5.000 Kilometer weiten, aus mehreren Einzelsträngen bestehenden Kern. Kleinere Partikel sind hier eher selten, gleichzeitig ist die Materialdichte bis zu zwanzigmal höher als in den benachbarten A- und C-Ringen. Flankiert wird der Kern von mehrere Hundert Kilometer weiten, weniger dichten Strängen. Auch diese kontrastreiche Struktur unterscheide sich deutlich von der anderer Ringe, erläutert Marouf. So sei der A-Ring relativ ebenmäßig aufgebaut, der weiter innen liegende C-Ring dagegen sanft gewellt.


Forschung: Essam Marouf, Department of Electrical Engineering, San Jose State University, San Jose, Kalifornien; und andere

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Cassini-Huygens
- Radio Science Subsystem
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