28.4.2005, 11:00 Uhr
Deep Impact: Kometenjäger erspäht sein Ziel

Neunundsechzig Tage vor ihrer ungestümen Begegnung mit einem kilometergroßen Eisbrocken hat die Sonde "Deep Impact" ihr Ziel ausgemacht. Die jetzt veröffentlichte Aufnahme zeigt den Kometen Tempel 1 aus einer Entfernung von gut 64 Millionen Kilometern.

Das Bild sei das erste von mehreren Tausenden, erläutert David A'Hearn von der University of Maryland in College Park, der Chefwissenschaftler der Mission. Ab Mai würden tägliche Beobachtungen durchgeführt, um die Flugbahn der Sonde zu optimieren. "Indem der Abstand zum Kometen zusammenschmilzt, wird Tempel 1 immer imposanter erscheinen. Was derzeit nur wenige Bildpunkte umfasst, wird sich bis zum 4. Juli zu den detailreichsten, jemals aufgenommenen Bildern eines Kometen entwickeln."

Foto: Tempel 1

Bild: NASA/JPL/UMD

Deep Impact war am 12. Januar dieses Jahres gestartet worden, um tiefere Einblicke in den Aufbau von Kometen zu erhalten. Die Sonde befindet sich auf Kollisionskurs mit 9P/Tempel 1, einem unregelmäßig geformten Objekt mit Abmessungen von etwa 14 mal 4 mal 4 Kilometern. Einen Tag vor dem Zusammentreffen soll die Sonde ein kupfernes Projektil ausklinken und - sich selbst in Sicherheit bringend - dessen Einschlag beobachten.

Astronomen sehen in Kometen gleichsam kosmische Tiefkühltruhen, in denen Material aus der Frühzeit des Sonnensystems konserviert ist. Aus der Begutachtung des Einschlagkraters erhoffen sich die beteiligten Forscher daher auch Erkenntnisse über die Entstehung der Planeten. Wie weit und wie tief der Krater sein wird, ist Gegenstand eines Gewinnspiels der Planetary Society. Mehr oder weniger begründete Vermutungen können noch bis zum Moment des Einschlags im Internet abgegeben werden.


Forschung: Michael F. A'Hearn und Lucy A. McFadden, Department of Astronomy, University of Maryland, College Park; und andere

WWW:
Deep Impact
9P/Tempel 1
Wettbewerb: Heiteres Kraterraten

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: