25.4.2005, 17:40 Uhr
Sinkende Sauerstoffsättigung bei Flugreisen

In den Kabinen von Verkehrsflugzeugen herrscht meist ein geringerer Luftdruck als auf Höhe des Meeresspiegels. Als Folge kommt es bei vielen Passagieren zu einem deutlichen Sinken des Sauerstoffgehalts im Blut, haben britische Medizinerinnen ermittelt. Die Resultate ihrer Studie präsentieren sie jetzt im Fachblatt "Anaesthesia".

Susan Humphreys von der Royal Group of Hospitals in Belfast und ihre Kolleginnen ermittelten die Sauerstoffsättigung bei 84 Flugpassagieren im Alter von einem bis 78 Jahren. Vor dem Flug waren im Schnitt 97 Prozent des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin mit Sauerstoff beladen. Nach Erreichen der Reiseflughöhe sank der Wert auf durchschnittlich 93 Prozent. Bei Werten unter 94 Prozent zögen es viele Krankenhausärzte in Betracht, ihren Patienten zusätzlichen Sauerstoff zu verabreichen, so Humphreys.

"Unserer Ansicht nach könnte dieses Absinken des Sauerstoffgehalts, zusammen mit anderen Faktoren wie Dehydration, Bewegungsmangel und niedriger Luftfeuchtigkeit, zu Erkrankungen während des Fluges und in der Zeit danach beitragen", erklärt die Anästhesistin. Entsprechende Untersuchungen seien umso wichtiger, als immer mehr Menschen per Flugzeug reisten und Verkehrsmaschinen immer größere Höhen erreichten.


Forschung: Susan Humphreys, Department of Anaesthetics, The Royal Group of Hospitals, Belfast; Rachel Deyermond, Department of Anaesthetics, Ulster Hospital, Belfast; und andere

Veröffentlicht in Anaesthesia, Vol. 60(5), Mai 2005, pp 458-60, DOI 10.1111/j.1365-2044.2005.04124.x

WWW:
Blutsauerstoff und Sauerstoffsättigung
Gesundheitliche Belastung bei Flugreisen

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